Denkmal/Gedenkstätte

Wittekindstein

32602 Vlotho

Tipps

  • Der Wittekindstein ist ein historischer Sandsteinblock mit Inschriften aus dem 16. Jahrhundert und befindet sich im Ortsteil Exter-Solterwisch von Vlotho.
  • Der Denkmalstein wurde 1961 an seinen ursprünglichen Standort nahe der ehemaligen Hellwegstraße zurückversetzt und ist seit 1985 unter Denkmalschutz.
  • Vom Stein geht eine Sage aus, wonach sich Herzog Widukind und Karl der Große hier versöhnten, oder Widukind hier ausruhte.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug zum Wittekindstein in Vlotho - Kultur und Denkmal erkunden

Der Wittekindstein ist eine geschichtsträchtige Denkmalstatt im nordrhein-westfälischen Vlotho, genauer im Ortsteil Exter-Solterwisch, am nördlichen Rand der Wittekindstraße. Benannt nach Widukind, dem sächsischen Herzog, der im frühen Mittelalter eine zentrale Rolle in den Auseinandersetzungen mit dem fränkischen Reich spielte, gilt der Stein als Kulturdenkmal von regionaler Bedeutung. Seit 1985 steht er unter Denkmalschutz und erinnert bis heute an die reiche Vergangenheit der Region.

Der Stein selbst ist ein aus Lippischem Rhätquarzit gefertigter Sandsteinblock, der ursprünglich an einer bedeutenden Handelsstraße, dem Hellweg, aufgestellt war, der von Herford nach Vlotho führte. Mit seinen Abmessungen von etwa 1,25 Metern Höhe, 1,12 Metern Breite und 35 Zentimetern Tiefe ähnelt er einem Sitzsack mit einer steinernen Rückenlehne. Auffallend ist die Inschrift im oberen Bereich, die besagt, dass „D. HORST“ den Stein im Jahr 1659 habe erneuern lassen. Daneben finden sich siegelähnliche Zeichen sowie die Jahreszahl 1584 und ein Steinmetzzeichen, die Hinweise auf die mittelalterliche Funktion des Steins liefern.

Der Wittekindstein wird heute vorwiegend als sogenannter Gerichtsstein interpretiert, also ein Ort, an dem einst Recht gesprochen wurde. Zwei der eingezeichneten Siegel konnten bereits einem Richter und einem Schöffen aus Herford zugeordnet werden, was die Verbindung zur regionalen Rechtspflege belegt. Die Person „D. HORST“ wird vermutlich mit Arnold von der Horst identifiziert, der als Drost des Freigerichts Vlotho fungierte. Die spektroskopische Analyse des Steins ergab, dass er vermutlich Ende des 16. Jahrhunderts in unmittelbarer Nähe seines heutigen Standorts gebrochen wurde.

Die Namensgebung des Steins geht auf lokale Sagen zurück. So wird erstmals 1845 im Weserbuch von August Engel als „Wittekindstein“ erwähnt. Eine Sage berichtet davon, dass sich Widukind und Karl der Große nach einem Streit über diesen Stein versöhnten, ein anderer Überlieferung zufolge ließ Widukind den „Steinsessel“ anfertigen, um sich hier auszuruhen und die schöne Landschaft zu genießen. Diese Erzählungen trugen maßgeblich dazu bei, dass der Stein im Volksmund einen festen Platz erhielt, obwohl er historisch wohl eher eine Funktion im mittelalterlichen Rechtssystem hatte.

Im Jahr 1961 wurde der Stein an seinen ursprünglichen Standort zurückversetzt und in eine gestufte Plateauanlage integriert, was mit einer Feierstunde am 8. September gewürdigt wurde. Dennoch wirkt der Ort heute etwas vernachlässigt, wie zahlreiche Bewertungen bestätigen, die bemängeln, dass dieser geschichtlich bedeutsame Platz inzwischen von Vergessenheit und mangelnder Pflege geprägt ist. Dennoch bleibt der Wittekindstein ein stilles Zeugnis vergangener Zeiten und ein lohnendes Ziel für Interessierte der Regionalgeschichte im Kreis Herford.

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