Denkmal/Gedenkstätte

Großsteingräber bei Vrees

49757 Vrees

Highlights

  • Die Großsteingräber bei Vrees gehörten zur Trichterbecherkultur und sind heute größtenteils zerstört.
  • Nur das Grab mit der Sprockhoff-Nummer 821 ist noch erhalten und wird auch Plingenberger Steine genannt.
  • Die anderen vier Gräber wurden für Kirchenbauten abgetragen, darunter das als Palmstein bekannte Grab 3.

Tipps

  • Das erhaltene Großsteingrab ist nördlich von Vrees im Waldstück nahe des Gehlenberger Wegs zu finden.
  • Von den ursprünglich fünf Großsteingräbern in der Region existiert heute nur noch das Grab mit der Sprockhoff-Nummer 821.
  • Die Anlage ist schlecht zugänglich und teilweise überwachsen, weshalb feste Schuhe empfohlen werden.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Großsteingräber bei Vrees

Die Großsteingräber bei Vrees im Landkreis Emsland (Niedersachsen) zählen zu den bedeutenden archäologischen Denkmälern der Jungsteinzeit. Sie sind Überreste der Trichterbecherkultur und zeugen von einer einst weitverbreiteten Bestattungsform in der Region. Ursprünglich gab es fünf solcher Grabanlagen in der Nähe der Gemeinde Vrees. Heute ist nur noch eine Anlage erhalten, die unter dem Namen „Plingenberger Steine“ bekannt ist und die Sprockhoff-Nummer 821 trägt. Sie befindet sich im Langen Sand nördlich des Ortes, unweit des Gehlenberger Wegs, in einem Waldstück.

Das erhaltene Grab 1 weist eine Hügelschüttung mit unscharfen Rändern auf. Die Grabkammer ist nordwest-südöstlich ausgerichtet, misst eine Länge von mindestens zehn und eine Breite von zwei Metern. Im Jahr 1895 wurden noch 15 Wandsteine dokumentiert. Bei einer Vermessung im Jahr 1926 waren davon nur noch sechs vorhanden: der nordwestliche Abschlussstein, zwei Steine der nordwestlichen Längsseite sowie drei Steine der gegenüberliegenden Seite. Lediglich zwei Decksteine und ein Bruchstück eines dritten sind erhalten. Im Nordwesten der Anlage steht zudem der einzige erhaltene Stein der ehemaligen Umfassung. Die übrigen vier Grabanlagen wurden im Laufe der Zeit weitgehend zerstört, unter anderem um Baumaterial für Kirchen zu gewinnen.

Grab 2, auch bekannt unter den Namen „Bieschenhüttensteine“, „Burkenhüttensteine“ oder „Burkenhöger“, wurde bereits 1983 vollständig abgetragen. Es war ost-westlich ausgerichtet und besaß eine Länge von 11 Metern sowie eine Breite von vier Metern. Grab 3, das auch als „Palmstein“ bezeichnet wurde, wurde 1893 bei einem Kirchenbau zerstört. Zu diesem Zeitpunkt blieben zwei Wandsteine und ein Deckstein erhalten. Grab 4, unter den Namen „Hohenwehnsteine“ oder „Stehenvensteine“ bekannt, befand sich bereits vor seiner Zerstörung in schlechtem Zustand. Lediglich zehn Steinfragmente auf einer Fläche von 9,5 mal 4,8 Metern zeugten noch von seiner Existenz. Grab 5 wurde 1878/79 während Kultivierungsarbeiten abgetragen. Über sein Aussehen liegen keine detaillierten Informationen vor, archäologische Funde aus dieser Anlage werden heute im Museum in Meppen aufbewahrt.

Die Plingenberger Steine sind heute als Einzeldenkmal im Denkmalverzeichnis des Landes Niedersachsen eingetragen. Sie repräsentieren die letzte erhaltene Großsteingrab-Anlage der Gegend und bieten einen Einblick in die Bestattungskultur der Trichterbecherkultur. Von der ursprünglichen Anlage sind nur noch wenige Steinreste erhalten, was den Verlust der übrigen Bauten umso deutlicher macht. Die archäologische Bedeutung der Stätte wird durch verschiedene wissenschaftliche Publikationen belegt, darunter Werke von Ernst Sprockhoff sowie regionalgeschichtliche Abhandlungen des 19. und 20. Jahrhunderts.

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