Die Lomnitzer
Highlights
- Die Kantor-Pech-Chronik (1936) und die Häntzschel-Chronik (1763) dokumentieren 700 Jahre Lomnitzer Geschichte mit Fakten bis 2004.
- 1631 erwarb Johann Georg v. Lomnitz das Gut – urkundlich erste Erwähnung des Ortsnamens liegt noch früher.
- Eine restaurierte Gruft und eine Wanderausstellung zur Ortsgeschichte (u.a. älteste Unfallurkunde 1631) prägen das kulturelle Erbe.
Tipps
- Die Ausstellung zur 700-jährigen Ortsgeschichte bietet einen Überblick über die Entwicklung Lomnitz‘ mit historischen Dokumenten und Chroniken seit dem 13. Jahrhundert.
- Ein Kalender mit historischen Postkarten zeigt die visuelle Entwicklung des Ortes über mehrere Jahrzehnte und ermöglicht einen Einblick in vergangene Epochen.
- Die restaurierte Gruft auf dem Friedhof dokumentiert archäologische Funde und bietet Einblicke in die lokale Bestattungskultur vergangener Jahrhunderte.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Die Lomnitzer in Wachau-Lomnitz
Die Lomnitzer in Wachau-Lomnitz bieten einen faszinierenden Einblick in die über 700-jährige Geschichte des Ortes. Als zentraler Ort der regionalen Kulturlandschaft vereint der Name sowohl die historische Entwicklung als auch lebendige Traditionen. Besonders hervorzuheben ist die „Kantor-Pech-Chronik“ aus dem Jahr 1936, die in Verbindung mit der weitaus älteren „Häntzschel-Chronik“ aus dem Jahr 1763 neu aufgelegt wurde. Beide Werke dokumentieren das Leben in Lomnitz über die Jahrhunderte – von frühen urkundlichen Erwähnungen bis hin zu besonderen Ereignissen wie dem ältesten bekannten Steuerregister des Ortes.
Ein besonderer Fokus liegt auf der „Chronik von Lomnitz“, die von 1631 bis 2004 Fakten und Besonderheiten des Ortes festhält. Sie umfasst nicht nur wirtschaftliche Entwicklungen, sondern auch prägende Persönlichkeiten wie den Besitzer Johann Georg von Oppel. Die Aufzeichnungen spiegeln die Vielfalt des ländlichen Lebens wider, von Alltagsgeschichten bis zu historischen Unfällen – etwa dem ältesten urkundlich belegten Vorfall in der Region. Diese Chroniken wurden 2008 in einer Ausstellung im Pfarrhaus präsentiert, die später als Wanderausstellung auch in Nachbardörfer wie Wellerswalde reiste.
Die Verbindung von Geschichte und lokaler Identität zeigt sich auch an archäologischen Funden. Unter der Leitung von Lothar Simon, einem renommierten Bodendenkmalpfleger, entstand die Broschüre „Lomnitz – Die Besiedlung der Ortsflur in vorgeschichtlicher Zeit“, die Einblicke in die frühe Besiedlung der Region gibt. Ergänzt wird das Angebot durch eine restaurierte Gruft auf dem Friedhof, die als stummer Zeuge vergangener Generationen dient. Zudem wurde 2008 eine Gedenktafel enthüllt, die an die historischen Wurzeln erinnert und die Kontinuität des Ortes unterstreicht.
Kulturell bereichert wird das Bild durch zeitgenössische Künstler wie den Solokabarettisten Lothar Bölck, der mit seinem Programm „NARRaTIEF“ die lokale Geschichte auf humorvolle Weise aufgreift. Parallel dazu entstanden Nachdrucke historischer Postkarten in einem Kalender, der die Entwicklung Lomnitz’ visuell dokumentiert. Die Ausstellung zur 700-Jahr-Feier oder zum Wirken des ehemaligen Ortsbewohners Oppel zeigt, wie lebendig die Vergangenheit im Alltag verankert bleibt – ein Beweis für den besonderen Charme der Lomnitzer als kulturelles Erbe der Wachau.