Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Waldbreitbach mit Gedenktafel

Neuwieder Str. 85, 56588 Waldbreitbach

Highlights

  • In Waldbreitbach bestand bis 1938/42 eine jüdische Gemeinde mit Synagoge und mehreren jüdischen Gewerbebetrieben.
  • Die Synagoge wurde von Familien wie Meier, Wolf, Levy und Jonas genutzt; 1925 errichtete man ein Ehrenmal für gefallene jüdische Soldaten.
  • Ein jüdischer Lehrer wirkte zeitweise als Vorbeter und Schochet; die Gemeinde wuchs bis 1910 auf acht Haushalte.

Tipps

  • Die Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge informiert über die Geschichte der jüdischen Gemeinde und deren Bedeutung für die Ortsgeschichte.
  • Ein Besuch der Stelle ermöglicht Einblicke in die Entwicklung jüdischer Familien wie Meier, Wolf, Levy und Jonas seit dem 19. Jahrhundert.
  • Die Darstellung der jüdischen Gewerbebetriebe zeigt, dass jüdische Einwohner traditionell am lokalen Handel beteiligt waren und eigene Läden betrieben.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Waldbreitbach – Kulturdenkmal mit Gedenktafel

Die ehemalige Synagoge in Waldbreitbach ist ein bedeutendes historisches Denkmal, das an die jahrhundertelange Präsenz der jüdischen Gemeinde im Ort erinnert. Die Synagoge stand im Zentrum des jüdischen Lebens in der Region und diente als spiritueller und kultureller Mittelpunkt für die hier lebenden Familien. Die jüdische Gemeinde Waldbreitbach war seit dem frühen 19. Jahrhundert etabliert, wobei die Zahl der jüdischen Einwohner zwischen 1806 und 1910 von 21 auf acht Haushalte schwankte. Zu den prägenden Familien gehörten die Meier, Wolf, Levy und Jonas, die mit ihren Gewerbebetrieben und Läden maßgeblich zum wirtschaftlichen Leben des Ortes beitrugen.

Die Synagoge war nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein Symbol für die Integration der jüdischen Bevölkerung in das lokale Gemeinschaftsleben. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde zeitweise ein Lehrer angestellt, der gleichzeitig als Vorbeter und Schochet tätig war – eine Rolle, die die religiösen und schulischen Bedürfnisse der Gemeinde abdeckte. Besonders im Ersten Weltkrieg zeigten sich die Verbindungen der jüdischen Familien zur nicht-jüdischen Bevölkerung: Drei Mitglieder der Familie Levy, darunter Jonas Levy, Isidor Levy und Julius Levy, fielen im Krieg und wurden 1925 auf dem Ehrenmal an der Kirche geehrt. Diese Gedenktafel erinnert heute an ihr Opfer und die gemeinsame Trauer der Gemeinde.

Die Geschichte der Synagoge spiegelt die wechselvolle Entwicklung der jüdischen Gemeinde wider, die bis in die 1930er Jahre bestand, bevor sie durch die nationalsozialistischen Verfolgungen zerstört wurde. Obwohl die Synagoge heute nicht mehr existiert, bleibt die Gedenktafel am Standort ein Mahnmal für das einstige jüdische Leben in Waldbreitbach. Sie dokumentiert die Geschichte der Familie Levy und anderer jüdischer Familien, die hier gewohnt, gearbeitet und gebetet haben. Die Gedenktafel selbst ist ein Zeugnis des kollektiven Gedächtnisses und erinnert an die Opfer des Holocaust sowie an die kulturelle Vielfalt, die einst das Bild des Ortes prägte.

Für Besucher bietet der Ort eine Gelegenheit, sich mit der regionalen Geschichte auseinanderzusetzen und das Erbe der jüdischen Gemeinde zu würdigen. Die ehemalige Synagoge und die Gedenktafel sind Teil eines größeren Netzwerks historischer Stätten in der Umgebung, die an das Leben und Leiden der jüdischen Bevölkerung erinnern. Besonders nah gelegen ist die Kirche mit ihrem Ehrenmal, das die Verbindung zwischen den verschiedenen Gemeinschaften des Ortes verdeutlicht. Die Stätte lädt dazu ein, die Geschichte Waldbreitbachs bewusst zu reflektieren und das Erbe der Vergangenheit zu bewahren.

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