Berich
Highlights
- Das ehemalige Dorf Berich wurde 1914 durch die Edertalsperre überflutet und liegt heute unter dem Edersee.
- Die Kirche von Berich wurde vor dem Untergang abgetragen und in Neu-Berich wieder aufgebaut.
- Reste der Dorfbrücke und der Eisenhütte sind bei Niedrigwasser des Edersees sichtbar.
Tipps
- Bei Niedrigwasser sind die Mauerreste und der Friedhof von Berich gut sichtbar, ideal für einen historischen Spaziergang.
- Parkplätze mit gelbem Punkt erlauben das Fortsetzen begonnener Besuche auf andere Stellplätze.
- Steile und steinige Wege machen den Ort nicht rollstuhlgerecht, geeignete Schuhe sind ratsam.
Eigenschaften
Über Berich
Die ehemalige Dorfstelle Berich im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen liegt heute unter der Fläche des Edersees. Das Dorf entstand im Jahr 1753 auf dem Gelände des aufgelösten Nonnenklosters Berich und entwickelte sich zu einer kleinen, aber lebendigen Siedlung. Bis zu seinem Untergang im frühen 20. Jahrhundert war Berich mit einer Kirche, Wohnhäusern, einer Brücke und angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen ein eigenständiger Teil der Region. Die Kirche des ehemaligen Klosters wurde vor dem Einfluten des Sees abgetragen und später in Neu-Berich, einem Stadtteil von Bad Arolsen, wieder aufgebaut.
Mit dem Bau der Edertalsperre wurde der Ort im Jahr 1913 vollständig geräumt. Die Häuser wurden gesprengt, die Bewohner umgesiedelt. Einige Familien fanden in Neu-Berich eine neue Heimat. Während der Bauarbeiten zur Talsperre wurde an der Stelle der ehemaligen Bericher Hütte ein Modell der Staumauer im Maßstab errichtet, um technische Abläufe zu testen. Die Überreste der Hütte, der Mühle und weiterer Gebäude sind heute unter Wasser, jedoch bei niedrigem Wasserstand sichtbar. Auch die Reste der 1898 erbauten Steinbrücke über die Eder können dann eingesehen werden, wenngleich sie bei normalem Wasserstand mehrere Meter unter der Oberfläche liegen.
Bei extrem niedrigem Wasserstand des Edersees sind die Grundmauern der ehemaligen Dorfbauten, Teile des Kopfsteinpflasters sowie das Sperrmauermodell an der Bericher Hütte zu erkennen. Der historische Friedhof wurde mit Betonplatten abgedeckt und ist bei entsprechenden Wasserständen begehbar. Die Stätte zieht Besucher an, die sich für die Geschichte der Region und die Auswirkungen des Talsperrenbaus interessieren. Der Weg zur ehemaligen Dorfstelle ist steil und uneben, weshalb der Ort nicht barrierefrei ist. Die Ruinen und Überreste bieten zudem gute Bedingungen für Taucher, die die versunkene Bausubstanz unter Wasser erkunden möchten.
Ein Denkmal erinnert heute an das verschwundene Dorf. Die Besucher berichten von einer eindrucksvollen Atmosphäre, die besonders durch das Wissen um die Geschichte des Ortes verstärkt wird. Die Anlage kleiner Steinfiguren oder das Verlegen von Steinen durch Gäste wird kritisch gesehen, da es die historischen Mauern und Flächen dauerhaft verändert. Dennoch bleibt Berich ein markanter Zeuge der regionalen Vergangenheit und ein lohnendes Ziel für Interessierte an Kultur und Geschichte im Naturraum des Edersees.