Museum

Museum Naturalienkabinett Waldenburg

Geschwister-Scholl-Platz 1, 08396 Waldenburg

Highlights

  • Das Museum Naturalienkabinett Waldenburg wurde 1840 gegründet und beherbergt über 116.000 Exponate aus Natur, Kunst und Wissenschaft.
  • Die Sammlung entstand im 19. Jahrhundert durch Ankauf bedeutender Privatsammlungen, darunter die historische Linck-Sammlung aus Leipzig.
  • Zu den Raritäten zählen ein mechanisches Weltsystem von W. J. Blaeu (1650) und farbige Gläser von Johannes Kunckel um 1690.

Tipps

  • Brille mitnehmen, da viele kleine Exponate wie Käfer und Schmetterlinge schwer erkennbar sind.
  • Parkplätze sind ausreichend vorhanden und das Museum leicht zu finden.
  • Die umfangreiche Sammlung umfasst Mineralien, Fossilien, präparierte Tiere sowie ethnologische und kunsthandwerkliche Exponate aus dem 19. Jahrhundert.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Familie Bildung Kulturell Ganzjährig Barrierefrei

Über Museum Naturalienkabinett Waldenburg

Das Museum Naturalienkabinett Waldenburg in der sächsischen Stadt Waldenburg zählt zu den historisch bedeutendsten Sammlungen seiner Art in Deutschland. Es entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und beherbergt heute eine umfangreiche und vielfältige Zusammenstellung naturkundlicher Exponate, kunsthandwerklicher Objekte sowie ethnologischer Stücke. Ursprünglich als privates Sammelkabinett des Fürsten Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg konzipiert, wurde es rasch zu einem repräsentativen Schauplatz naturwissenschaftlicher und kulturhistorischer Sammelobjekte. Der Großteil der rund 116.000 Objekte stammt aus dem 19. Jahrhundert und spiegelt den Sammelgeist jener Zeit wider.

Die Sammlung umfasst unter anderem Mineralien, Fossilien, präparierte Tiere, astronomische Geräte, barocke Kunsthandwerke sowie ethnologische Artefakte aus verschiedenen Regionen der Welt. Besonders bemerkenswert ist der Ankauf einer umfangreichen Sammlung aus dem Nachlass der Leipziger Apothekerfamilie Linck, die bereits im 17. Jahrhundert entstand und als eine der letzten erhaltenen bürgerlichen Wunderkammern gilt. Hinzu kamen im Laufe der Zeit weitere bedeutende Zugänge, darunter eine ägyptische Mumie sowie Jagdtrophäen aus Afrika und Rumänien. Diese Stücke verdeutlichen den globalen Horizont der Sammler und die Verbindung zur naturwissenschaftlichen sowie kulturgeschichtlichen Entwicklung des 19. Jahrhunderts.

Das Museum selbst befindet sich in einem Gebäude, das ursprünglich als Reithalle errichtet und dann zur Aufnahme der Sammlung umgebaut wurde. Sowohl das Gebäude als auch die originale Präsentation der Exponate im Schaumagazin-Stil stehen unter Denkmalschutz. In den Jahren 2018 bis 2026 erfolgte unter der Leitung von Fanny Stoye eine umfassende Sanierung, die auch barrierefreie Zugänglichkeiten schuf. Seit 2026 ist das Museum unter der Leitung von Simon Bucher wieder vollständig geöffnet. Eine moderne Dauerausstellung im Erdgeschoss wurde bereits 2019 realisiert und mit dem Sächsischen Museumspreis ausgezeichnet.

Besucher*innen erwarten beeindruckende Einzelstücke wie ein mechanisches Weltsystem von W. J. Blaeu aus dem 17. Jahrhundert, seltene farbige Gläser von Johannes Kunckel oder das sogenannte „Hühnermensch von Taucha“, ein medizinisch-historisch bedeutendes Präparat eines menschlichen Fetus mit schweren Fehlbildungen. Daneben bieten zahlreiche kleine Exponate, etwa Käfer oder Schmetterlinge, einen Einblick in die Vielfalt der Naturgeschichte. Auch die Provenienzforschung, die unter anderem koloniale oder missionsgeschichtliche Kontexte untersucht, trägt zur wissenschaftlichen Relevanz des Hauses bei.

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