Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal
Tipps
- Das Kloster Seligenthal bietet verschiedene Bildungseinrichtungen, darunter Kindergarten, Grundschule und Gymnasium, die auf eine lange pädagogische Tradition zurückblicken.
- Die Abteikirche Mariä Himmelfahrt ist eine bedeutende Begräbnisstätte der Wittelsbacher und kann bei Führungen besichtigt werden.
- Interessierte können sich über das Bildungszentrum und die Schulstiftung Seligenthal informieren, die heute von weltlichen Mitarbeitenden und Schwestern getragen wird.
Eigenschaften
Über Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal
Die Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal in Landshut ist eine der bedeutendsten Klosteranlagen Bayerns und zählt heute zu den größten Konventen der Zisterzienserinnen in Europa. Gegründet im Jahr 1232 durch Ludmilla, die Witwe des Landshuter Stadtgründers Herzog Ludwig von Bayern, dient das Kloster seit jeher sowohl religiösen als auch kulturellen und bildungspolitischen Zwecken. Die 1259 geweihte Abteikirche Mariä Himmelfahrt, später im frühen Rokoko-Stil umgebaut, ist nicht nur architektonisch beeindruckend, sondern auch historisch von großer Bedeutung, da sie als Begräbnisstätte der Wittelsbacher Herzöge fungiert.
Die Geschichte des Klosters ist eng verknüpft mit der bayerischen Adelsgeschichte. Ludmilla selbst lebte im Kloster und wurde nach ihrem Tod in der angeschlossenen Afrakapelle beigesetzt. Noch heute erinnern zwei frühgotische Holzfiguren mit dem bayerischen Rautenwappen an das Herrscherhaus. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Seligenthal zu einem Zentrum des geistlichen Lebens, unter anderem durch die Aufnahme zahlreicher adliger Frauen und Prinzessinnen. Die wirtschaftliche Grundlage des Klosters wurde durch Schenkungen und Stiftungen des Adels gesichert, was zu einem raschen Aufschwung führte. Bereits im Mittelalter lebten hier bis zu 70 Schwestern, die sich dem Gebet und der Arbeit verschrieben hatten.
Das Kloster durchlief verschiedene Reformphasen und kam zeitweise unter verschiedene Orden wie Kaisheim, Raitenhaslach und Aldersbach. In kritischen Zeiten, etwa während der Reformation, drohte der Konvent mehrfach auszusterben, konnte aber durch Zuzug aus anderen Klöstern stabilisiert werden. Im Jahr 1835 erfolgte die Wiedererrichtung des Klosters unter König Ludwig I., wodurch den Schwestern neben ihrem klösterlichen Leben auch die Aufgabe der Mädchenbildung übertragen wurde. Heute trägt die Schulstiftung Seligenthal diesen Bildungsauftrag weiter: Mehr als 1.800 Kinder und Jugendliche besuchen täglich die vielfältigen Einrichtungen des Bildungszentrums, darunter Kindergarten, Grundschule, Gymnasium und Fachakademien.
Das Kloster Seligenthal verkörpert somit eine lebendige Verbindung zwischen mittelalterlicher Tradition und moderner Bildung. Die klösterliche Lebensweise im Sinne von „ora et labora“ prägt weiterhin den Alltag der Schwestern, während die Schulstiftung als eigenständiger Träger eine wichtige Rolle in der regionalen Bildungslandschaft spielt. Die Abtei ist damit nicht nur ein geschichtsträchtiger Ort, sondern auch ein aktiver Teil des gesellschaftlichen Lebens in Landshut. Mit ihren vielfältigen Angeboten in den Bereichen Schule, Erziehung und Kultur lädt sie Besucher ein, die reiche geistige und pädagogische Tradition des Hauses kennen und schätzen zu lernen.