Kirche/Kloster

Jodocus-Kirche zu St. Joost - Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Joost-Wüppels

St. Joost 10, 26434 Wangerland

Highlights

  • Die Jodocus-Kirche zu St. Joost ist ein historischer Backsteinbau aus dem 15./16. Jahrhundert, benannt nach dem Schutzpatron der Reisenden und Seefahrer.
  • Die Kirche in Wüppels zeigt mittelalterliche Bauteile wie eine Holzbalkendecke aus dem 15. Jahrhundert und eine 1694 erbaute Orgel von Joachim Kayser.
  • Der Taufständer von 1648 ist das älteste erhaltene Inventar der Kirche, während der Altar 1749 unter Verwendung älterer Teile restauriert wurde.

Tipps

  • Der historische Backsteinbau der Jodocus-Kirche zeigt Spuren aus dem 15. Jahrhundert, erkennbar an den mittelalterlichen Portalresten an den Langwänden.
  • Die Kirche zu Wüppels liegt abseits der Hauptstraße inmitten eines historischen Dorfkerns mit erhaltenen Gebäuden wie Dorfkrug und Pastorei.
  • Die Orgel aus dem Jahr 1694 und die Kanzel von 1634 zählen zu den ältesten erhaltenen Inventarstücken der Kirche und prägen den Innenraum.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Jodocus-Kirche St. Joost – Sakrale Kultur im Wangerland

Die Jodocus-Kirche zu St. Joost in Wangerland ist ein beeindruckendes Zeugnis friesischer Backsteingotik und ein zentraler Ort der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Joost-Wüppels. Benannt nach dem Heiligen Jodocus, dem Schutzpatron der Reisenden und Seefahrer, verkörpert sie mit ihrem freistehenden Glockenturm und dem ziegelgedeckten Walmdach die typische Bauweise der Region. Die Kirche entstand ursprünglich als flach gedeckte Kapelle Ende des 15. Jahrhunderts – vermutlich von einer Bevölkerungsschicht, die vom Strandraub lebte – und wurde später um einen mittelalterlichen Backsteinbau erweitert. Besonders markant sind die unterschiedlichen Steinformate, die auf verschiedene Bauphasen hinweisen, darunter Reste des ursprünglichen Portals und Granitquadersteine aus dem 16. Jahrhundert.

Das historische Dorf Wüppels, in dem die Kirche liegt, ist ein lebendiges Stück friesischer Geschichte. Um den Dorfplatz gruppieren sich noch heute restaurierte Gebäude wie die Schule, das Armenhaus, das Küsterhaus und die Pastorei – ein Zeugnis des einstigen Dorflebens. Die Kirche selbst steht auf einer alten Wurt, die zugleich als Friedhof dient, und ist umgeben von der malerischen Landschaft des Wangerlandes. Der Name „Wüppels“ leitet sich vermutlich von „Middoge“ ab, was „mittlere Insel“ bedeutet und auf eine Zeit hinweist, als die Küste weiter südlich verlief. Die Kirche ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Ort der Verbundenheit: Mit der Gründung der Kirchengemeinde Wangerland vor wenigen Jahren wurde ein historischer Akt vollzogen, bei dem Kirchenbücher und Siegel der sieben Altgemeinden im Altarraum niedergelegt wurden – ein Symbol für den Beginn einer neuen, gemeinsamen spirituellen Zukunft.

Im Inneren beeindruckt die Jodocus-Kirche durch eine reiche Ausstattung, die über die Jahrhunderte gewachsen ist. Die spätgotischen Apostelmalereien im Chorraum stellen Petrus, Jacobus und Johannes dar und ehren die Schutzheiligen der Gemeinde. Ein besonderes Highlight ist die Kanzel aus dem Jahr 1634, ein Werk des Münstermann-Schülers Ommo Dirks, sowie der achteckige Taufständer aus Eiche von 1648, der auf einem romanischen Taufbecken ruht. Die Orgel an der Westwand, ursprünglich von Joachim Kayser 1694 erbaut und später von Gerhard Schmid 1807/1808 überarbeitet, verleiht dem Gottesdienst eine einzigartige Akustik. Auch das Kreuzigungsrelief aus dem 16. Jahrhundert und der 1749 restaurierte Altar mit Teilen eines Vorgängeraltars sind wertvolle Zeugnisse der regionalen Kunstgeschichte.

Die Jodocus-Kirche ist nicht nur ein kulturelles Wahrzeichen, sondern auch ein Ort der Begegnung und des Glaubens. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus mittelalterlicher Backsteingotik, friesischer Baukultur und historischer Bedeutung zieht sie Besucher und Gläubige gleichermaßen an. Die Kirchengemeinde St. Joost-Wüppels pflegt hier eine lebendige Tradition, die sich durch die Verbindung der sieben Altgemeinden zu einer neuen Einheit ausdrückt. Wer durch die Türen der Kirche tritt, taucht in eine Welt ein, in der Geschichte und Gegenwart verschmelzen – ein Ort, an dem die friesische Seele spürbar wird.

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