Klingelbachtal
Highlights
- Das NSG Klingelbachtal liegt im Kreis Höxter und umfasst ein 27,43 Hektar großes Schutzgebiet im Wald- und Feuchtgründlandbereich.
- Geschützt werden unter anderem Hainsimsen-Buchenwälder, Bach-Eschen-Erlenwälder sowie naturnahe Quellbereiche und Gewässer.
- Das Gebiet ist Teil des Vogelschutzgebietes Egge und beherbergt unter anderem Schwarzstorch, Eisvogel und Rotmilan.
Tipps
- Das Klingelbachtal bietet artenreiche Buchenwälder und Feuchtgrünlandbiotope, die es zu entdecken lohnt.
- Besucher finden hier naturnahe Quellbereiche und Bachabschnitte, ideal für ruhige Beobachtungen.
- Im Tal leben seltene Vogelarten wie Schwarzstorch und Rotmilan – eine lohnende Beobachtungsmöglichkeit.
Eigenschaften
Über Klingelbachtal
Das Klingelbachtal liegt im hessischen Diemelstadt und gehört zum Landkreis Waldeck-Frankenberg. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet (NSG) von regionaler Bedeutung, das innerhalb eines großflächigen Waldkomplexes liegt. Das Talsystem erstreckt sich vom Ursprung der Quellbäche bis kurz vor der Mündung in den Wäschebach. Charakteristisch sind die eng eingeschnittenen Kerbtäler der westlichen und östlichen Quellbäche, in deren Oberläufen zeitweise Wasser fließt. Die Sohle ist stellenweise quellnass und trägt zur Ausbildung wertvoller Feuchtgrünlandbiotope bei.
Die Vegetation im Tal wird geprägt durch artenreiche Buchenwälder sowie naturnahe Bach-, Eschen- und Erlenwälder, insbesondere entlang der Gewässer. Im Bereich des Zusammenflusses der Quellbäche bildet sich ein quellnasser Erlenwald. Die Talhänge sind überwiegend mit Fichtenwald bestockt, teils auch mit unterwuchsarmem Mischwald. Im mittleren und unteren Verlauf schlängelt sich der Klingelbach mäandrierend durch ein etwa 75 Meter breites, bewaldetes Tal. Begleitend finden sich Erlenauenwälder sowie Nassgrünflächen, die ökologisch hochwertige Lebensräume bieten.
Von besonderer Bedeutung sind die im Tal vorhandenen naturnahen Quellbereiche, Bachläufe und zugehörigen Auenlebensräume. Sie beherbergen eine Vielzahl gefährdeter und landschaftstypischer Tier- und Pflanzenarten. Zu den schutzwürdigen Biotoptypen zählen unter anderem Hainsimsen-Buchenwälder sowie Feuchtgrünlandfluren mit Milzkraut und Sumpf-Veilchen. Im NSG sind zudem Lebensräume für verschiedene Vogelarten erhalten, darunter der Mittelspecht, Grauspecht, Schwarzspecht, Eisvogel, Schwarzstorch und Rotmilan. Auch für den Raubwürger, eine regelmäßig im Gebiet auftretende Zugvogelart, werden hier geeignete Lebensräume geschützt und entwickelt.
Das Schutzziel des Naturschutzgebietes umfasst langfristig die Entwicklung eines Laubwaldgebietes mit standörtlichen, natürlichen Waldgesellschaften. Dabei sollen vorhandene Altersklassenbestände in Richtung naturnaher Laubwälder mit Alt- und Totholzphasen gefördert werden. Insbesondere in den Quellbereichen und Bachsohlentälern ist die Umwandlung bestehender Nadelbaumanteile hin zu naturnahen Bach-Eschen-Erlenwäldern vorgesehen. Wertmindernd wirken sich jedoch lokale Beeinträchtigungen wie Verrohrungen, Wasserentnahmen sowie die überwiegende Fichtenbestockung der Talhänge aus. Insgesamt wird das Gebiet als mäßig beeinträchtigt eingestuft.