Erlenbruchwald nördlich Dackmar
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Erlenbruchwald nördlich Dackmar in Sassenberg umfasst 5 Hektar und schützt einen naturnahen Erlenbruchwald.
- Das Gebiet beherbergt geschützte Feuchtbiotope sowie ein Kleingewässer und ist Teil des stark landwirtschaftlich genutzten Kernmünsterlands.
- Schutzziel ist die Erhaltung der typischen Vegetation und der Artenvielfalt in den Feuchtwäldern, u. a. durch Pufferzonen.
Tipps
- Das Naturschutzgebiet ist gut zu Fuß erreichbar und bietet auf kurzen Wegen Erlebnisse eines seltenen Erlenbruchwaldes.
- Ein Tümpel im Süden des Gebiets wurde kürzlich ausgebaggert – hier lohnt sich die Beobachtung von Amphibien.
- Im nördlichen Teil sind lückenhafte Erlenbestände zu sehen, die auf Entwässerung und Degradation hinweisen.
Eigenschaften
Über Erlenbruchwald nördlich Dackmar
Der Erlenbruchwald nördlich Dackmar ist ein Naturschutzgebiet im nordrhein-westfälischen Sassenberg und liegt im Kreis Warendorf. Das rund fünf Hektar große Gebiet wurde offiziell unter Schutz gestellt, um den naturnahen Erlenbruchwald sowie angrenzende Lebensräume zu erhalten. Es zählt zu den schutzwürdigen Moor- und Bruchwäldern und beherbergt eine Vielzahl an typischen Feuchtezeigern, darunter unter anderem Schwarz-Erle, Moor-Birke und verschiedene Seggenarten. Im Südteil des Gebiets befindet sich zudem ein Kleingewässer, das für die Lebensraumvielfalt von großer Bedeutung ist.
Das Schutzgebiet erstreckt sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu landwirtschaftlich genutzten Flächen und ist im Norden von einem Kiefernmischwald umgeben. Etwa ein Drittel der Fläche besteht aus gut entwickeltem Erlenbruchwald mit charakteristischer Krautschicht, während der nördliche Bereich durch Entwässerung beeinträchtigt ist. Hier stehen die Erlen lückig, und es dominieren Pionierpflanzen wie Brennessel und Brombeere. In der südlichen Gebietsregion wurde ein Tümpel kürzlich ausgebaggert, weshalb sich dort noch keine ausgeprägte typische Vegetation entwickelt hat.
Das NSG spielt im stark landwirtschaftlich geprägten Raum des Kernmünsterlands eine wichtige Rolle für den Erhalt feuchter Laubwaldgesellschaften und deren typischer Arten. Zu den schutzrelevanten Pflanzenarten zählen unter anderem Gelbe Schwertlilie, Große Brennessel, Adlerfarn sowie verschiedene Moose und Seggen. Auch tierische Arten profitieren vom feuchten Biotopkomplex, insbesondere Amphibien, die vom Kleingewässer als Laichhabitat abhängig sind. Um die ökologische Funktion des Gebiets langfristig zu sichern, wurden spezifische Schutzziele definiert, darunter die Erhaltung der natürlichen Wasserregime, der Laubholzbestände und die Vermeidung von Eutrophierung.
Gefährdungen ergeben sich unter anderem durch Entwässerungsmaßnahmen, Wasserentnahme sowie durch nicht bodenständige Gehölze. Um diesen entgegenzuwirken, sind unter anderem Maßnahmen wie die Anlage einer Pufferzone zu den umliegenden Ackerflächen, die Vermeidung von Rodungen und die Förderung bodenständiger Baumarten vorgesehen. Diese Schutzmaßnahmen sollen die natürliche Dynamik des Bruchwaldökosystems langfristig erhalten und die Lebensräume für typische Arten des feuchten Laubwalds stabilisieren.