Kapelle St. Jakobus
Highlights
- Die Kapelle St. Jakobus in Öhningen ist eine spätgotische Saalkirche aus dem Jahr 1610 und diente ursprünglich als Friedhofskirche.
- Der barocke Hochaltar von 1762 wurde vom Hofmaler Johann Konrad Wengner für die Kapelle geschaffen und ist reich mit Marmor verziert.
- Drei historische Glocken der Klosterkirche hängen seit 1965 als Kriegerdenkmal neben der Kapelle in einem offenen Gerüst.
Tipps
- Die spätgotische Kapelle St. Jakobus bietet einen historischen Innenraum mit schlichtem, aber charakteristischem spätbarockem Gestühl aus dem Jahr 1771.
- Der barocke Hochaltar von 1762 von Johann Konrad Wengner zeigt aufwendige Marmorarbeiten und gilt als zentrales Kunstwerk der Kapelle.
- Neben der Kapelle hängt ein offenes Gerüst mit drei der vier historischen Glocken aus dem 17. Jahrhundert, die als Kriegerdenkmal seit 1965 hier aufgestellt wurden.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in Öhningen: Kapelle St. Jakobus
Die Kapelle St. Jakobus in Öhningen ist ein bedeutendes spätgotisches Sakralbauwerk und dient als Friedhofskirche für die umliegende Gemeinde. Das für eine Friedhofskapelle ungewöhnlich große und schlicht gestaltete Gotteshaus entstand im frühen 17. Jahrhundert und war über die Jahrhunderte hinaus mehr als nur eine einfache Begräbnisstätte. Ihr architektonischer Charakter spiegelt den typischen Stil der Region wider, wobei die Kapelle als Zeugnis der religiösen und kulturellen Geschichte Öhningens gilt.
Ein besonderes Juwel der Kapelle ist der prächtige barocke Hochaltar, der 1762 vom Hofmaler der Konstanzener Bischöfe, Johann Konrad Wengner, geschaffen wurde. Die reichhaltige Marmorierung und die kunstvolle Gestaltung unterstreichen den künstlerischen Wert des Altars, der bis heute als zentrales Element des Innenraums wirkt. Ergänzt wird das Ensemble durch das Gestühl aus dem Jahr 1771, das mit seiner historischen Ausführung die Atmosphäre des Gotteshauses weiter bereichert.
Neben der Kapelle hängt in einem offenen Gerüst ein historisches Geläut aus drei der vier Glocken, das ursprünglich der Klosterkirche Öhningens angehörte. 1965 wurden sie als klingendes Kriegerdenkmal hierher übertragen, nachdem sie den Ansprüchen an Klangreinheit und Harmonie nicht mehr entsprachen. Die Glocken aus dem 17. Jahrhundert – darunter eine von Ulrich Rosenlecher – sind bis heute erhalten und erinnern an die klösterliche Vergangenheit der Region. Die vierte, kleinste Glocke des historischen Bestands ist ebenfalls bewahrt und wird in der Seelsorgeeinheit Höri genutzt.
Die Geschichte Öhningens ist eng mit dem Bistum Konstanz verbunden, das bereits im 12. Jahrhundert über die Gegend herrschte. Eine Urkunde Kaiser Barbarossas aus dem 12. Jahrhundert bestätigt die Zugehörigkeit der Region zum Bistum, wobei die Gemeinde erst später als eigenständige Pfarrei organisiert wurde. Die Kapelle St. Jakobus steht somit nicht nur als sakrales Bauwerk, sondern auch als stummer Zeuge der über Jahrhunderte gewachsenen kirchlichen und kulturellen Verbundenheit mit dem Bodenseeraum.
Als Teil der Seelsorgeeinheit Höri und umgeben von der malerischen Landschaft des Hegaus bietet die Kapelle St. Jakobus nicht nur einen Ort der Andacht, sondern auch einen Einblick in die religiöse Traditionen und den historischen Wandel der Region. Ihr schlichter, aber feierlicher Charakter macht sie zu einem besonderen Ort für Besucher, die sich für sakrale Baukunst und regionale Geschichte interessieren.