Georgskirche
Highlights
- Die Georgskirche in Weener ist eine seit 1524 evangelische Reformierte Kirche mit romanischen Spuren wie Rundbogenfenstern und einem Torbogen aus dem 13. Jahrhundert.
- Der Glockenturm von 1738 ersetzt eine Holzkirche auf dem alten Friedhof; die Kirche verfügt über barockes Gestühl und eine 1709/10 erbaute Orgel.
- Ein mittelalterlicher Sarkophagdeckel (ältester datierter Grabstein Ostfrieslands) und ein Vikarstein von 1504 mit Totenbild zieren die Wände der Kirche.
Tipps
- An den Wänden der Kirche befinden sich mittelalterliche Grabsteine, darunter ein datierter Sarkophagdeckel aus dem 14. Jahrhundert.
- Reste romanischer Architektur wie Rundbogenfenster und ein Torbogen in der Südwand sind im Außenmauerwerk erhalten.
Eigenschaften
Georgskirche Weener: Sakrale Kultur erleben
Die Georgskirche in Weener ist eine der ältesten und historisch bedeutendsten Sakralbauten der Region. Als ehemalige Probsteikirche wurde sie bereits um das Jahr 1230 errichtet und zählt damit zu den prägenden Zeugnissen der mittelalterlichen Kirchenbaukunst in Ostfriesland. Seit 1524 ist sie Teil der evangelisch-reformierten Gemeinde und bewahrt bis heute ihre spirituelle und kulturelle Bedeutung für die Region.
Die Kirche vereint Spuren verschiedener Epochen in ihrem Baukörper. Noch heute sind an der Außenmauer Reste von Rundbogenfenstern aus der romanischen Zeit erhalten, die auf den ursprünglichen Charakter des Gotteshauses hinweisen. Besonders auffällig ist ein Torbogen an der Südwand, der auf die ursprüngliche Zugänglichkeit durch vier Eingänge – zwei in Nord- und zwei in Südwand – verweist. Der heutige Glockenturm entstand 1738 als Ersatz für einen Vorgängerbau, der auf dem alten Friedhof stand und ursprünglich aus Holz bestand.
Im Inneren beeindruckt die Kirche durch ihre architektonische Vielfalt. Ursprünglich mit einer flachen Balkendecke ausgestattet, erhielt sie 1782 eine Tonnendecke, die bis heute die Orgel und die alten Chorfenster schneidet. Besonders sehenswert ist das Eichengestühl unter der Orgel, dessen barocke Wangen mit filigranen Schnitzereien versehen sind. Die Orgel selbst wurde 1709/10 mit Hauptwerk und Rückpositiv erbaut und später im 19. Jahrhundert erweitert.
Die Wände der Georgskirche bergen zudem wertvolle historische Grabsteine, die Einblicke in die regionale Vergangenheit geben. Eine trapezförmige Platte, ursprünglich ein mittelalterlicher Sarkophagdeckel, gilt als der älteste datierte Grabstein Ostfrieslands. Dieser zeigt die Gestalt des Verstorbenen in seinen Chorgewändern und ist ein seltenes Zeugnis mittelalterlicher Bestattungskultur.
Mit ihrer barocken Orgel, den romanischen Bauteilen und den historischen Grabdenkmälern ist die Georgskirche ein faszinierendes Beispiel für die kulturelle Kontinuität Weeners. Die Kirche ist rollstuhlgerecht zugänglich, bietet einen barrierefreien Parkplatz und verfügt über ein behindertengerechtes WC, sodass sie für alle Besucher leicht erreichbar ist.