Denkmal/Gedenkstätte

Kriegsgefangenenentlassungslager

47652 Weeze

Tipps

  • Das Gelände war durch hohe Zäune, Stacheldraht und britische Wachposten abgesichert; ehemalige Kriegsgefangene halfen bei der Verwaltung und Übersetzung.
  • Die Entlassung umfasste mehrere Dokumente, darunter Personalangaben, medizinische Bescheinigung und ein offizieller Entlassungsvermerk.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Denkmal Weeze: Kriegsgefangenenentlassungslager

Das Kriegsgefangenenentlassungslager in Weeze im Kreis Kleve, Nordrhein-Westfalen, ist ein bedeutender historischer Ort und erinnert an die unmittelbare Nachkriegszeit in Deutschland. Im April 1945 richteten die britischen Besatzungsmächte auf einem Acker gegenüber von Schloss Wissen ein Entlassungslager für deutsche Kriegsgefangene ein. Ziel war es, Soldaten aus den Regierungsbezirken Düsseldorf, Aachen und Köln sowie aus Durchgangslagern in Belgien und den Niederlanden zu registrieren und nach Prüfung ihrer Unterlagen wieder in die Freiheit entlassen zu lassen.

Der Standort wurde aufgrund seiner günstigen Verkehrsanbindung und der geringen Besiedlungsdichte ausgewählt. In unmittelbarer Nähe verlief die Bahnstrecke zwischen Kleve und Geldern, und die damalige Reichsstraße 9 (heute B 9) gewährleistete zusätzlichen Zugang. Auf einer Fläche von 1,21 Hektar entstand ein mit hohen Zäunen, Spanischen Reitern und Stacheldraht gesichertes Gelände. Die Infrastruktur bestand zunächst aus Zelten, später kamen Wellblechbaracken hinzu. Selbst ehemalige deutsche Kriegsgefangene wurden als Hilfskräfte eingesetzt – als Dolmetscher, im medizinischen Dienst oder bei der Verwaltung.

Die Entlassungsprozedur war aufwendig: Die Kriegsgefangenen erhielten einen Entlassungsschein in drei Teilen, der neben persönlichen Daten auch medizinische Angaben und den Vermerk der Entlassung durch den Lagerkommandanten enthielt. Mit diesen Dokumenten konnten sie sich bei den Behörden registrieren, Lebensmittelbezugsscheine erhalten und eine neue Kleidung beantragen. Wer nicht im Regierungsbezirk Düsseldorf wohnte, musste zusätzlich über ein Durchgangslager in Bonn reisen, um in seine Heimat zurückzukehren. Täglich wurden durchschnittlich etwa 200 Männer entlassen, wobei viele Tage im Freien unter Zeltplanen verbringen mussten.

Im September desselben Jahres wurde das Lager offiziell an deutsches Personal übergeben, blieb aber weiterhin unter britischer Aufsicht. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden reduziert, doch die Lebensumstände blieben spartanisch. Erst im Jahr 1948 erfolgte die endgültige Auflösung des Lagers. Insgesamt dienten die Einrichtungen in Weeze als „Tor in die Freiheit“ für rund 230.000 ehemalige Kriegsgefangene.

Heute erinnert eine Gedenkstätte mit einem großen Findling und einer Informationstafel am ehemaligen Standort in unmittelbarer Nähe zur Biogasanlage von Schloss Wissen an die Geschichte des Lagers. Der Ort steht als Zeugnis einer bewegten Zeit und ist ein Ort der Erinnerung und Auseinandersetzung mit der unmittelbaren Nachkriegszeit in Nordrhein-Westfalen.

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Häufige Fragen zu Kriegsgefangenenentlassungslager

Wann wurde das Kriegsgefangenenentlassungslager Weeze eingerichtet?
Das Lager wurde im April 1945 von der Britischen Militärverwaltung eingerichtet. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wo lag das Kriegsgefangenenentlassungslager Weeze?
Das Lager befand sich auf einem Acker gegenüber von Schloss Wissen in Weeze. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Welche Funktion hatte das Lager in Weeze?
Es diente zur Registrierung und ordnungsgemäßen Entlassung deutscher Kriegsgefangener aus bestimmten Regierungsbezirken. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wie viele Kriegsgefangene wurden täglich entlassen?
Durchschnittlich wurden etwa 200 Kriegsgefangene pro Tag im Lager abgefertigt. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Welche Dokumente erhielten die Entlassenen?
Sie bekamen einen Entlassungsschein mit Personaldaten, medizinischem Attest und Entlassungsvermerk. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia