Gipfel

Bauernkopf

86517 Wehringen

Highlights

  • Die Sprengstofffabrik Fasan in Bobingen wurde Ende der 1930er Jahre zur Hexogenproduktion errichtet.
  • Das Werk war ab 1942 stark auf Zwangsarbeit angewiesen und verwendete das moderne KA-Verfahren.
  • Nach Kriegsende übernahmen US-Truppen das Gelände, Teile der Bunkeranlagen blieben bis in die 1950er Jahre erhalten.

Tipps

  • Die ehemalige Sprengstofffabrik Fasan in Wehringen ist heute teilweise als Lagerhalle in Nutzung, aber auch ein geschichtsträchtiger Ort mit sichtbaren Resten der Industrieanlagen.
  • Interessante Überreste der Zwangsarbeit sind noch in den Barackenfundamenten am linken Wertachufer zu erkennen.
  • Die einstige Eisenbahnbrücke über die Wertach verbindet noch heute die beiden Fabrikstandorte und ist ein eindrucksvolles Zeugnis der industriellen Vergangenheit.

Eigenschaften

Outdoor Aktiv Ganzjährig

Ausflug Natur Berg Gipfel: Bauernkopf in Wehringen erkunden

Der Bauernkopf in Wehringen ist ein ehemaliger Industriestandort im Landkreis Augsburg, der heute als geschichtsträchtiger Ausflugsziel im Rahmen der regionalen Geschichte des Zweiten Weltkriegs wahrgenommen wird. Ursprünglich Teil des weitläufigen Geländes der Sprengstofffabrik Fasan, erinnert der Ort heute an eine Zeit, in der hier hochexplosiver Sprengstoff für die deutsche Kriegsindustrie produziert wurde. Die Fabrik spielte während des Krieges eine zentrale Rolle und war maßgeblich an der Herstellung von Hexogen beteiligt, einem damals modernen und äußerst wirksamen Sprengstoff.

Die Anlage gliederte sich in zwei Werke, die jeweils auf unterschiedlichen Seiten der Wertach lagen. Über eine eigens errichtete Eisenbahnbrücke wurden Rohstoffe und fertige Produkte zwischen den Werksteilen transportiert. Noch heute sind Teile dieser Infrastruktur erhalten, darunter die markante Bahnbrücke sowie einige Bunker und Gebäude, die im Waldlandschaft versteckt liegen. Besonders auffällig ist der ehemalige Lagerbunker im Werk II, der bis in die 1950er Jahre als Bunkercafé genutzt wurde, bevor das Areal zunehmend verwilderte.

Der Bauernkopf dient heute als stilles Zeugnis der Zwangsarbeit und der industriellen Kriegsproduktion. Teilweise sind noch die Fundamente der Baracken sichtbar, in denen Zwangsarbeiter untergebracht waren. Seit 2023 erinnert eine Stolperschwelle am ehemaligen Werkstor an das Schicksal dieser Menschen. Die östliche Seite des ehemaligen Fabrikgeländes bleibt aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt, da hier Altlasten aus der Sprengstoffproduktion vermutet werden. Eine kontinuierliche Grundwasserüberwachung wird durchgeführt.

Obwohl der Standort heute nicht mehr in industrieller Nutzung ist, zieht er Besucher an, die sich für die Geschichte der Region und die Spuren des Nationalsozialismus interessieren. Einige Gebäude und die Lagerhalle werden weiterhin als Denkmäler der Zeitgenossenschaft genutzt, wenngleich sie heute vorwiegend als Lagerflächen dienen. Die authentische Atmosphäre und die verfallene Architektur machen den Bauernkopf zu einem lohnenswerten Ziel für historisch Interessierte und Naturliebhaber gleichermaßen.

Der Bauernkopf in Wehringen ist somit mehr als nur ein ehemaliger Fabrikstandort – er ist ein Ort der Erinnerung, der Einblicke in die Kriegszeit und die industrielle Vergangenheit des bayerischen Schwaben ermöglicht. Die Kombination aus historischem Erbe, Naturlandschaft und eindrucksvollen Bauten macht ihn zu einem besonderen Ausflugsziel in der Region.

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Häufige Fragen zu Bauernkopf

Was war die Sprengstofffabrik Fasan in Wehringen?
Die Sprengstofffabrik Fasan war ein wichtiger Rüstungsbetrieb der Dynamit AG in Bobingen, der ab 1939 Hexogen produzierte. Teile des Werks lagen auch im benachbarten Wehringen. {Stand Juni 2026.}

Quelle: website

Welche Rolle spielte die Fabrik im Zweiten Weltkrieg?
Die Fabrik stellte ab 1943 bis zu 80 % des deutschen Hexogens her, eines hochwirksamen Sprengstoffs, der in Kriegswaffen eingesetzt wurde. {Stand Juni 2026.}

Quelle: website

Gab es Zwangsarbeit in der Sprengstofffabrik Fasan?
Ja, ab 1942 wurden Zwangsarbeiter aus verschiedenen Ländern eingesetzt, um den enormen Arbeitskräftebedarf zu decken. {Stand Juni 2026.}

Quelle: website

Was ist heute aus der Fabrik in Wehringen geworden?
Das Gelände ist heute weitgehend ungenutzt und verwildert. Ein Bunker diente bis in die 1950er Jahre als Café. Teile des Geländes sind gesperrt. {Stand Juni 2026.}

Quelle: website