Nikolauskirche
Highlights
- Die Nikolauskirche in Schäftersheim ist eine spätromanische Filialkirche aus dem 12./13. Jahrhundert und seit 1403 Pfarrkirche.
- Das Bauwerk gilt als Baudenkmal und zeigt gotische Wandmalereien sowie ein Chorfenster von Walter Kohler aus dem Jahr 1938.
- In der Nähe stand von 1172 bis 1553 ein Kloster der Prämonstratenserinnen, das bei der Reformation aufgelöst wurde.
Tipps
- Besonders sehenswert sind die frühgotischen Fresken im Turmchor sowie der spätgotische Bilderzyklus im Langhaus mit Szenen aus der Heiligen Schrift.
- Das farbverglaste Chorfenster von 1938 zeigt Motive aus dem Leben Jesu und ist ein Werk der Stuttgarter Glaswerkstatt Gaisser.
Eigenschaften
Über Nikolauskirche
Die Nikolauskirche befindet sich im baden-württembergischen Weikersheim und ist die Pfarrkirche des Stadtteils Schäftersheim. Das spätromanische Bauwerk entstand im 12. oder 13. Jahrhundert und wurde vermutlich als Stiftung einer Comburgischen Gründung errichtet. Ab dem frühen 15. Jahrhundert diente sie als eigene Pfarrkirche. Heute zählt sie als Baudenkmal und ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg registriert. Bis Ende 2024 gehörte die zugehörige Verbundkirchengemeinde zum Kirchenbezirk Weikersheim, seit Anfang 2025 ist sie Teil des neuen Kirchenbezirks Hohenlohe.
Das Kirchengebäude verbindet verschiedene Baustile und Epochen. Ursprünglich als Filialkirche angelegt, wurde es im Laufe der Zeit umgebaut. Das Langhaus stammt aus der Spätgotik, während der Chorturm im Osten aus Bruchsteinen besteht. Später wurde der Turm durch ein schiefergedecktes Geschoss mit Turmuhr und Glockenstuhl aufgestockt und mit einer Zwiebelhaube versehen, die von einer Laterne gekrönt wird. Die Reformation wurde im Umfeld des Hauses Hohenlohe eingeführt, was auch Auswirkungen auf die Nutzung und Gestaltung der Kirche hatte.
Die Innenausstattung bezeugt die kunsthistorische Bedeutung des Ortes. Im Turmchor sind frühgotische Wandmalereien aus dem Mittelalter erhalten, darunter Darstellungen des heiligen Nikolaus und des heiligen Martin. Im Langhaus zeigen sich spätgotische Wandbilder mit biblischen Szenen vom Sündenfall bis zur Kreuzigung. Über einer Sakramentsnische ist ein Sakramentshäuschen mit einem „Erbärmde Christus“ zu sehen. Bemerkenswert sind zudem die gotische Sakristeitür mit schmiedeeisernen Beschlägen sowie ein aus einem Eichenstamm gefertigter Opferstock. Ein farbverglastes Chorfenster aus dem Jahr 1938 stammt von Walter Kohler und zeigt Motive aus dem Leben Jesu. An der Stirnwand über der Kanzel befinden sich seit 2010 sieben Bildtafeln mit dem Schöpfungszyklus, gemalt vom örtlichen Künstler Karl-Ernst Sauer.
In unmittelbarer Nähe zur Kirche bestand von 1172 bis zur Reformation ein Kloster der Prämonstratenserinnen, das mit dem reformatorischen Wandel aufgelöst wurde. Diese historische Verbindung unterstreicht die sakrale und kulturelle Bedeutung des Standorts im Main-Tauber-Kreis. Die Nikolauskirche ist somit nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und kirchenhistorischer Entwicklungen in der Region.