Museum

Stadtmuseum Weil der Stadt

Marktpl. 12, 71106 Weil der Stadt

Highlights

  • Das Stadtmuseum Weil der Stadt zeigt alamannische Grabbeigaben, eine historische Goldschmiedewerkstatt und die politische Geschichte der Reichsstadt bis 1802.
  • Elf Dauerausstellungräume und sechs Sonderausstellungsbereiche präsentieren Stadtchronik, Keramik, Hopfenbau sowie historische Ereignisse wie den Geißlerzug 1350.
  • Ein 15-minütiger Film im Videoraum ergänzt die Dauerausstellung mit archivbasierten Einblicken in die lokale Geschichte seit dem Mittelalter.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang über den Haupteingang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Zugang zu den Ausstellungsräumen.
  • Die Dauerausstellung zeigt in elf thematisch geordneten Räumen die historische Entwicklung der Reichsstadt von der Alamannenzeit bis ins 19. Jahrhundert.
  • Im Erdgeschoss werden originale alamannische Grabbeigaben sowie eine rekonstruierte Goldschmiedewerkstatt aus dem 19. Jahrhundert präsentiert.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Museum Weil der Stadt: Stadtmuseum entdecken

Seit 1971 beherbergt das historische Schützsche Haus am Marktplatz die Sammlung, die einst im Storchenturm untergebracht war. Der Rundgang durch die Dauerausstellung führt Besucher wie durch eine „begehbare Stadtchronik“ – aufgeteilt in elf Räume über zwei Stockwerke, ergänzt durch sechs weitere Räume für wechselnde Sonderausstellungen.

Im Erdgeschoss steht die politische Geschichte der Reichsstadt im Mittelpunkt, beginnend im Mittelalter bis zum Ende ihrer Reichsunmittelbarkeit 1802. Besonders hervorgehoben werden prägende Ereignisse wie der Geißlerzug um 1350 oder die Niederlage der Städte gegen die württembergischen Landesfürsten 1389, bei der 66 Weiler Bürger ihr Leben verloren. Dazu kommen thematische Schwerpunkte wie die Hungersnot von 1817, die Tradition des Hopfenbaus und eine Sammlung regionaler Keramik. Ein Highlight ist zudem eine alamannische Grabbeigabensammlung sowie eine originalgetreue Goldschmiedewerkstatt des 19. Jahrhunderts.

Die Sonderausstellungen vertiefen aktuelle Forschungsergebnisse und lokale Bezüge. So widmete sich eine frühere Präsentation dem reformatorischen Theologe Johannes Brenz, während eine Ausstellung des Heimatvereins „Weiler Profile“ individuelle Schicksale und Biografien von Bürgern der Stadt beleuchtete. Ein Videoraum ergänzt die Dauerausstellung mit einem 15-minütigen Einführungsfilm, der in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv entstand und historische Zusammenhänge lebendig werden lässt.

Das Museum verbindet archäologische Funde mit Alltagsgeschichte und zeigt, wie sich Weil der Stadt von einer Alamannen-Siedlung zur blühenden Reichsstadt entwickelte. Besonders die Stiftung des Spitals „Zu unserer lieben Frau“ durch die Begine Hail Brotbeckin 1360 oder die Einführung der Ratsverfassung mit dem Bürgermeister als Stadtoberhaupt 1358 unterstreichen den Wandel der städtischen Selbstverwaltung. Auch die Rolle der Stadt im Spannungsfeld zwischen regionalen Mächten – etwa durch den Kauf des Dorfes Möttlingen – wird nachvollziehbar.

Mit seiner Mischung aus Dauer- und Wechselausstellungen, historischen Objekten und multimedialen Elementen bietet das Stadtmuseum einen einzigartigen Einblick in die kulturelle und soziale Vielfalt Weil der Stadt. Es richtet sich gleichermaßen an Geschichtsinteressierte, Familien und alle, die die Spuren der Vergangenheit in der Gegenwart entdecken möchten.

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