Kirchenruine Landstein
Highlights
- Die Kirchenruine Landstein in Weilrod ist ein gotischer Schieferbau aus dem 15. Jahrhundert mit Westturm und zwei Nebenräumen.
- Die ehemalige Wallfahrtskirche verfiel im 16. Jahrhundert und wurde nie wieder aufgebaut; Baumaterial wurde für andere Kirchen verwendet.
- Heute steht die Ruine neben der historischen Landsteiner Mühle, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht.
Tipps
- Die Kirchenruine Landstein ist gut über Wege zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar und bietet ebikes eine Ladestation vor Ort.
- Gegenüber der Ruine befinden sich Parkplätze, von denen aus auch Wanderwege in die Umgebung führen.
- Die Ruine selbst ist restauriert und zeigt archäologische Funde sowie Informationen zur Geschichte der Wallfahrtskirche.
Eigenschaften
Über Kirchenruine Landstein
Die Kirchenruine Landstein in Weilrod im Hochtaunuskreis ist ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und Frömmigkeit. Ursprünglich als Wallfahrtskirche „Unsere liebe Frau vom Landstein“ errichtet, entwickelte sich der Ort im Spätmittelalter zu einem bedeutenden religiösen Zentrum. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche erfolgte bereits im 13. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde das gotische Sakralgebäude wahrscheinlich unter dem Einfluss der Herren von Eppstein erbaut. Die Kirche verfügte über mehrere Altäre, kostbare Paramente sowie ein wundertätiges Marienbild und galt als Ziel zahlreicher Wallfahrer, darunter auch Adelige wie eine Gräfin von Nassau.
Mit der Reformation im 16. Jahrhundert verlor die Kirche jedoch zunehmend an Bedeutung. Die Pfarrei wurde aufgelöst, und das Gebäude fiel nach und nach dem Verfall anheim. Teile des Baumaterials wurden später für den Bau anderer Kirchen, wie der Laurentiuskirche in Usingen, verwendet. Lediglich der markante Westturm blieb erhalten. Archäologische Ausgrabungen im Jahr 2019 brachten überraschende Erkenntnisse: Es gab am Standort gleich zwei Vorgängerkirchen, darunter eine kleine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert. Heute erinnert die Ruine mit ihren erhaltenen Strukturen eindrucksvoll an die einstige Blütezeit des Ortes.
Die Ruine steht unweit der historischen Landsteiner Mühle, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Diese Mühle, erstmals 1480 erwähnt, war einst Zentrum des wirtschaftlichen Lebens im Weiler Landstein. Nach mehreren Zerstörungen wurde sie im 17. Jahrhundert wiederaufgebaut und bis ins 20. Jahrhundert als Getreide-, Ölmühle und später als Gaststätte genutzt. Heute beherbergt das Gelände das „Peter Hess-Institut Landsteiner Mühle“, ein Seminarhaus für Klangschalentherapie. Die Kombination aus Kirchenruine und Mühle macht den Ort zu einem lohnenswerten kulturellen Ausflugsziel im Naturpark Taunus.
Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten, die sechs Jahre dauerten, wurde die Kirchenruine 2024 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Gelände wurde landschaftlich neu gestaltet, wobei Wert auf Umweltschutz gelegt wurde. Neben wassergebundenen Wegen und Schotterrasen bietet die Stätte auch moderne Annehmlichkeiten wie E-Bike-Lademöglichkeiten. Die Ruine dient heute sowohl als geschichtsträchtiger Ort der Besinnung als auch als Rahmen für kulturelle und religiöse Veranstaltungen. Mit einem Rating von 4,3 von 5 Sternen bei Google wird der Besuch der Kirchenruine Landstein von Besuchern durchweg positiv bewertet.