Denkmal/Gedenkstätte

Charlotte von Stein

Ackerwand 25, 99423 Weimar

Highlights

  • Charlotte von Stein war eine enge Vertraute von Goethe und Herzogin Luise von Sachsen-Weimar-Eisenach.
  • Ihre Beziehung zu Goethe, dokumentiert in rund 1700 Briefen, prägte beide lebensgeschichtlich.
  • Als Autorin und Hofdame beeinflusste sie die deutsche Literatur und Kultur Weimars maßgeblich.

Tipps

  • Besucher können die ehemalige Wohnung von Charlotte von Stein in der Scherfgasse 3 erkunden, heute Teil des Goethe-Nationalmuseums.
  • Die App Weimar+ bietet interaktive Audiotouren zu historischen Orten, darunter Goethes Wohnungen und der Park an der Ilm.
  • Das Wittumspalais beherbergt Exponate zur Weimarer Klassik und zeigt Einblicke in das Leben zeitgenössischer Persönlichkeiten.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Charlotte von Stein

Charlotte von Stein war eine bedeutende Persönlichkeit der weimarer Klassik und enge Vertraute Johann Wolfgang von Goethes. Als Hofdame der Herzogin Anna Amalia und späteren Freundin von Goethe spielte sie eine zentrale Rolle im kulturellen Leben Weimars. Geboren in Eisenach, verbrachte sie ihre Kindheit in der Scherfgasse 3, dem sogenannten Palais Schardt. Nach ihrer Heirat mit Gottlob Ernst Josias Friedrich von Stein im Jahr 1764 wurde sie in die höfischen Kreise Weimars eingeführt, wo sie bald als gebildete und sensible Frau Anerkennung fand.

Ihre Beziehung zu Goethe begann Ende des 18. Jahrhunderts und entwickelte sich zu einer der intensivsten und komplexesten Verbindungen in dessen Leben. In zahlreichen Briefen spiegelt sich die emotionale Tiefe dieser fast zwei Jahrzehnte währenden Verbindung wider. Obwohl Charlotte von Stein bereits Mutter mehrerer Kinder war und sieben Jahre älter als Goethe, entstand zwischen beiden eine Leidenschaft, die sowohl intellektuell als auch emotional von großer Bedeutung war. Ihre Wohnung in der Seifengasse 16 machte Goethe zeitweise zum direkten Nachbarn, was die Nähe der beiden zusätzlich unterstreicht.

Die Trennung während Goethes Italienreise führte zu einem endgültigen Bruch, der auch nach dessen Rückkehr nicht mehr überwunden wurde. Dennoch blieb Charlotte von Stein eine zentrale Figur in seinem Leben, und auch danach pflegten beide ein gewisses freundschaftliches Verhältnis. Ihre literarischen Werke, darunter das Drama „Dido“, zeugen von ihrem künstlerischen Schaffen und reflektieren Anspielungen auf ihre Beziehung zu Goethe sowie andere Ereignisse des weimarer Hoflebens. Nach ihrem Tod im Jahr 1827 wurde ihr literarisches Vermächtnis erst allmählich gewürdigt.

Heute erinnert ein Denkmal in Weimar an Charlotte von Stein, das sowohl ihre Rolle als Wegbegleiterin der deutschen Klassik als auch ihre Bedeutung für Goethes Werk würdigt. Die Kulturapp „Weimar+“ bietet an dieser Stelle einen Audiostopp, der sich mit Goethes Kommunikation und dessen Verhältnis zu Charlotte von Stein beschäftigt. Über die App können interessierte Hörer*innen direkt vor Ort oder auch virtuell von zu Hause aus Einblicke in die komplexe Beziehungsgeschichte erhalten.

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