Denkmal/Gedenkstätte

Fürstengruft

Historischer Friedhof am Poseckschen Garten, 99423 Weimar

Highlights

  • Seit 1832 ruhen hier auch die Särge der Dichter Goethe und Schiller im Gruftgewölbe neben der herzoglichen Familie.
  • Das Mausoleum ist ein Werk klassizistischer Architektur und wurde 1998 als Teil des UNESCO-Welterbes „Klassisches Weimar“ anerkannt.

Tipps

  • Ein Audioguide ist verfügbar und bietet detaillierte Informationen zur Gruft, den Särgen und dem historischen Friedhof.
  • Die russisch-orthodoxe Kapelle ist direkt mit der Fürstengruft verbunden und kann mit besichtigt werden.
  • Der Eintritt zur Fürstengruft ist kostenpflichtig, der historische Friedhof selbst ist jedoch kostenlos zugänglich.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Fürstengruft

Die Fürstengruft in Weimar ist eine der bedeutendsten kulturellen und sakralen Stätten Thüringens und zählt zu den herausragenden Zeugnissen klassizistischer Architektur. Errichtet zwischen 1823 und 1828 auf dem Historischen Friedhof, dient sie ursprünglich als Grablege für das Haus Sachsen-Weimar und Eisenach. Seit 1832 beherbergt sie jedoch auch die Sarkophage der beiden größten Vertreter der Weimarer Klassik: Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Damit wurde das Mausoleum zu einem der frühesten und bedeutendsten Verehrungsorte der deutschen Literaturgeschichte.

Die Architektur der Fürstengruft wurde vom klassizistischen Geist geprägt und von Clemens Wenzeslaus Coudray entworfen. Der Eingangsbereich führt über eine dorische Säulenvorhalle in einen Kapellenraum mit einer sternenbesetzten Kuppel. Von dort aus gelangt man über eine Treppe in das Gruftgewölbe, in dem die Särge der Fürstenfamilie sowie jene von Goethe und Schiller aufbewahrt werden. Die Anordnung der Särge erfolgte nach dem Datum der Bestattungen, wobei insgesamt 43 Sarkophage Platz fanden. Aus konservatorischen Gründen wurden einige davon in den 1990er Jahren ausgelagert.

Besonders sehenswert ist auch die 1860 bis 1862 angebaute Russisch-Orthodoxe Kapelle, die als letzte Ruhestätte der Großherzogin Maria Pawlowna dient. Sie wurde von ihrer Tochter, Königin Augusta von Preußen, kunstvoll ausgestattet. Über einen Durchbruch verbunden, ergänzt sie das Ensemble der Fürstengruft architektonisch und kulturell. Im Jahr 1998 wurde die gesamte Stätte als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“ von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Gruft beherbergt nicht nur eine bedeutende Sammlung historischer Gräber, sondern auch eine Fülle an kunsthistorischen Details. Die Ausstattung des Innenraums, darunter die Sternenkuppel und die neoklassizistischen Malereien, laden zur Besinnung und zur Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte ein. Ein Audioguide, der in mehreren Sprachen zur Verfügung steht, bietet vertiefende Einblicke in die Geschichte der Gruft, der orthodoxen Kapelle sowie in das Leben und Werk der beiden Dichter.

Der Historische Friedhof, auf dem die Fürstengruft steht, ist zudem ein eigenständiger kultureller Ort von großer Bedeutung. Er ist rund um die Uhr kostenlos zugänglich und lädt zu Spaziergängen durch eine parkähnliche Landschaft voller historischer Grabmale ein. Die Kombination aus architektonischem Glanz, literarischem Erbe und sakraler Atmosphäre macht die Fürstengruft zu einem unverzichtbaren Ausflugsziel für alle, die sich für die deutsche Kultur- und Geistesgeschichte interessieren.

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