Liszt Denkmal
Highlights
- Das Liszt-Denkmal in Weimar wurde 1902 vom Bildhauer Hermann Hahn geschaffen und steht im Ilmpark.
- Es zeigt Franz Liszt in realistischer Manier mit Notenblatt, errichtet auf weißem Marmorpostament.
- Die Enthüllung fand 1902 statt, begleitet von Konzerten, Reden und Gesang – dokumentiert vom Hofphotografen Louis Held.
Tipps
- Das Liszt-Denkmal im Park an der Ilm ist ein Standbild aus weißem Marmor, das 1902 enthüllt wurde und kostenlos besichtigt werden kann.
- Die Anlage verfügt über steinerne Sitzbänke und ein Podest aus farbigem Naturstein, direkt neben dem Liszt-Haus in Weimar.
- Das Denkmal zeigt Liszt in einem Priesterrock mit Notenblatt und erinnert architektonisch an die Pompejanische Bank im Ilmpark.
Eigenschaften
Über Liszt Denkmal
Das Liszt-Denkmal in Weimar erinnert an den österreichisch-ungarischen Komponisten Franz Liszt, der in der Stadt eine zentrale Schaffensphase seines Lebens verbrachte. Es steht im Park an der Ilm, nicht weit vom ehemaligen Wohnsitz Liszts, dem Liszt-Haus. Die Skulptur wurde 1902 enthüllt und stammt vom Münchner Bildhauer Hermann Hahn. Das Denkmal besteht aus weißem Laaser Marmor und zeigt Liszt in einem „Priesterrock“, wie er realistisch mit eingerolltem Notenblatt in der linken Hand dargestellt wird. Es thront auf einem Postament, das von einem halbrunden Podest aus farbigem Naturstein-Mosaikpflaster umgeben ist, in das zwei steinerne Sitzbänke integriert sind.
Die Enthüllung des Denkmals war Teil einer zweitägigen Feier, die mit einem Konzert im Weimarer Hoftheater begann. Am folgenden Tag fand die eigentliche Enthüllungszeremonie statt, begleitet von Reden, Gesang und feierlichem Fahnenschmuck. Zu den Gästen zählten namhafte Musiker, Freunde Liszts sowie Vertreter der Landesregierung. Die Gestaltung des Denkmals und seiner Umgebung greift Elemente des Ilmparks auf, darunter die Pompejanische Bank, die über ein Jahrhundert älter ist. Die Anlage wirkt ruhend und würdevoll, bildet jedoch auch einen Kontrapunkt zur nahegelegenen Sichtachse zum Sowjetischen Ehrenfriedhof.
Das Denkmal steht nicht isoliert, sondern im kulturellen Kontext der weimarer Musikgeschichte. In unmittelbarer Nähe wurde 1976 eine Büste des ungarischen Nationaldichters Sándor Petőfi aufgestellt. Liszt vertonte dessen Gedicht „Des toten Dichters Liebe“, das von Mór Jókai verfasst wurde. Diese Verknüpfung unterstreicht die internationale Ausstrahlung Liszts und die Bedeutung seiner Zeit in Weimar, die entscheidend zur musikalischen wie pädagogischen Entwicklung der Stadt beitrug. Die Umgebung lädt zur Besinnung und Auseinandersetzung mit dem musikalischen Erbe ein, wenngleich einzelne Besucher an kalten Tagen oder im Winter eine gewisse Trostlosigkeit wahrnehmen.
Das Standbild selbst ist 2,50 Meter hoch und erhebt sich mittig auf seinem Sockel. Die Front des Postaments ist mit einem steinernen Kranz verziert, der die Würde der Gedenkstätte unterstreicht. Die farbige Gestaltung des Plateaus und die Einbindung der Bänke laden zur Verweildauer ein, auch wenn diese in kühleren Jahreszeiten als unbequem empfunden werden können. Die Materialien – hauptsächlich weißer Marmor und gelblich-weißer Jurakalk – verleihen dem Denkmal eine zeitlose, dennoch warme Erscheinung, die in den wechselnden Jahreszeiten des Parks unterschiedlich wahrgenommen wird.
Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,30 von 5 Sternen bei über 260 Bewertungen zählt das Liszt-Denkmal zu den gut besuchten und geschätzten Kulturdenkmälern der Stadt. Es ist kostenlos zugänglich und Teil des historischen Stadtbildes, das Weimar als Zentrum der klassischen und romantischen Kultur kennzeichnet. Fotografisch dokumentiert wurde die Enthüllung bereits 1902 durch den Weimarer Hoffotografen Louis Held. Heute steht das Denkmal nicht nur für Liszt selbst, sondern auch für das „Silberne Zeitalter“ der Musik in Weimar, das er maßgeblich prägte.