Kleinburg Burgschell
Highlights
- Burgschell ist eine abgegangene hochmittelalterliche Höhen- und Rodungsburg auf einem Berggrat zwischen Lampenhain und Bärsbach.
- Die Burg wurde vermutlich im 12. Jahrhundert als Holzpalisadenbau errichtet und diente zur Kontrolle der umliegenden Rodungsdörfer.
- Heute sind nur noch geringe Reste wie der Halsgraben und das künstlich angelegte Plateau erhalten.
Tipps
- Die Burgschell liegt auf einem steil abfallenden Bergsporn zwischen Lampenhain und Bärsbach und ist über einen Grat von Norden aus erreichbar.
- Die Reste der ehemaligen Holzpalisade und des Torturms sind noch sichtbar, ebenso der Halsgraben am Zugang.
- Die Burg diente im Mittelalter zur Kontrolle und Verteidigung der umliegenden Rodungssiedlungen im südwestlichen Odenwald.
Eigenschaften
Über Kleinburg Burgschell
Die Kleinburg Burgschell liegt auf einem bewaldeten Bergsporn zwischen den Ortsteilen Lampenhain und Bärsbach der Gemeinde Heiligkreuzsteinach im Rhein-Neckar-Kreis. Die abgegangene Höhenburg thront etwa 50 Meter über der Talaue und bietet aufgrund ihrer exponierten Lage einen weiten Blick in die umliegenden Rodungstäler. Der südwestliche Odenwald, in dem die Burganlage steht, gilt aufgrund seiner spärlichen Besiedlung und seiner späten Erschließung als Rodungsgebiet des Hochmittelalters. Die Burgschell wird als eine der wenigen Rodungsburgen des Odenwaldes betrachtet und möglicherweise als Vorgänger der etwa zwei Kilometer entfernt liegenden Burg Waldeck gesehen.
Die ursprüngliche Anlage besteht aus einem künstlich angelegten Burgplateau mit einer Fläche von etwa 11 mal 15 Metern, das sich auf der höchsten Stelle des Berges bei etwa 430 Metern über Normalnull befindet. Der Zugang erfolgte von Norden über einen schmalen Grat, der durch einen rund 8 Meter breiten und mindestens 2 Meter tiefen Halsgraben gesichert war. Links und rechts des Eingangs deuten Steinwälle und Reste aus Steinschutt auf eine ehemalige Befestigung hin, möglicherweise in Form eines Torhauses. Das Plateau war vermutlich durch eine massive Holzpalisade geschützt. Auf ihm stand wahrscheinlich ein mehrstöckiger Holzturm, der sowohl als Unterkunft als auch zur Verteidigung diente.
Die Geschichte der Burgschell ist eng verknüpft mit der Rodungstätigkeit des südwestlichen Odenwaldes, die im Auftrag der Herren von Strahlenberg erfolgte. Diese verfügten über die nahegelegene Stammburg Strahlenburg bei Schriesheim und beanspruchten das Gebiet als Lehen des Bistums Worms. Die Burg diente dem Schutz und der Kontrolle der neu entstehenden Siedlungen in der Region. Obwohl keine schriftlichen Quellen über den genauen Zeitpunkt der Erbauung existieren, wird angenommen, dass die Burgschell bereits im frühen bis hohen Mittelalter erbaut wurde. Spätestens im 14. Jahrhundert scheint die Anlage aufgegeben worden zu sein, da sie in späteren Urkunden nicht mehr erwähnt wird, während andere Burgen der Region urkundlich belegt sind.
Die heutigen Reste der Burgschell beschränken sich auf das künstlich abgeflachte Plateau, den Halsgraben sowie einige Steinwälle und verstreute Granitblöcke. Archäologische Untersuchungen fanden bisher nicht statt, weshalb viele Details zur Bauweise und Nutzung auf Annahmen basieren. Die Burg wurde vermutlich überwiegend aus Holz errichtet, was die geringe Anzahl an Steinresten erklärt. Südlich des Hauptplateaus befindet sich ein weiteres, leicht tiefer gelegenes Areal, das als Vorburg interpretiert wird. Da sich auf dem Berg keine natürliche Wasserquelle befindet, musste das Trinkwasser früher aus dem Tal transportiert werden.