Denkmal/Gedenkstätte

Alte Omnibusspritze Feuerwehr Dickschied

Espenschieder Weg 16, 65321 Heidenrod-Dickschied

Highlights

  • Die 1906 gebaute Omnibusspritze (Fabriknummer 7786) ist Deutschlands einzige erhaltene dieser Art und steht seit 2014 im Spritzenhaus.
  • Ersetzt 1948 durch eine Kraftspritze, blieb sie erhalten und wird heute im Unterstand an der Alten Schule ausgestellt.

Tipps

  • Der Unterstand aus dem Jahr 2014 bietet einen trockenen und wettergeschützten Raum, in dem die historische Omnibusspritze originalgetreu präsentiert wird.
  • Die fahrbare Schlauchhaspel ergänzen die Ausstellung und verdeutlichen die technische Ausstattung der Feuerwehr von vor über einem Jahrhundert.
  • Die Fabriknummer 7786 und das Baujahr 1906 geben Aufschluss über die historische Bedeutung des Fahrzeugs als frühes Beispiel für Feuerwehrtechnik in Deutschland.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Alte Omnibus-Spritze Feuerwehr Dickschied – Kulturdenkmal Heidenrod

In Heidenrod-Dickschied bewahrt die Feuerwehr ein einzigartiges Stück Technikgeschichte: die Alte Omnibusspritze, eine der wenigen noch erhaltenen Fahrzeuge dieser Art in ganz Deutschland. Ursprünglich 1906 unter der Fabriknummer 7786 gefertigt, verkörpert sie die frühe Entwicklung der Feuerwehrtechnik und diente der Gemeinde über Jahrzehnte als zuverlässiges Löschfahrzeug. Der Begriff „Omnibus“ leitet sich vom Lateinischen ab und bedeutet wörtlich „für alle“ – ein passender Name für ein Gerät, das im Ernstfall für die gesamte Bevölkerung einsatzbereit sein musste.

Nach ihrer aktiven Dienstzeit wurde die Spritze 1948 durch einen modernen Kraftspritzenkarren ersetzt. Statt sie wie üblich zu verschrotten, bewahrte die Feuerwehr das historische Fahrzeug jedoch auf und lagerte es im damaligen Spritzenhaus nahe der Alten Schule. Diese Entscheidung zeigt den besonderen Wert, den die Gemeinde Dickschied dem Erbe ihrer Feuerwehr entgegenbrachte. Erst später, im Jahr 2014, erhielt die Spritze einen eigens errichteten Unterstand, in dem sie heute vor Witterungseinflüssen geschützt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Die Technik der Omnibusspritze ist ein faszinierendes Relikt vergangener Zeiten. Sie war Teil einer Zeit, in der Feuerwehrmannschaften noch deutlich größer waren – so bestand die Wehr 1965 aus fast 40 aktiven Mitgliedern unter Bürgermeister Karl Thurn. Doch nicht alle Kameraden schätzten die historische Spritze gleichermaßen: Einige traten aus, da sie das Fahrzeug als veraltet und zu kostspielig ansahen. Dennoch blieb die Spritze ein Symbol des Gemeinschaftssinns und des technischen Fortschritts, das bis heute die Verbundenheit der Feuerwehr mit ihrer Tradition widerspiegelt.

Neben der Omnibusspritze ist auch eine fahrbare Schlauchhaspel aus derselben Epoche erhalten geblieben. Beide Exponate sind im 2015 errichteten „Spritzenhaus“ ausgestellt und geben Einblicke in die Entwicklung der Löschtechnik. Die Gründung der Großgemeinde Heidenrod in den 1960er-Jahren unter Bürgermeister Horst Mernberger markierte das Ende der selbstständigen Gemeinde Dickschied, doch das historische Erbe der Feuerwehr lebt weiter – als lebendiges Dokument regionaler Geschichte und Handwerkskunst.

Wer sich für Technikgeschichte oder lokale Traditionen interessiert, findet in der Omnibusspritze ein besonders eindrucksvolles Zeugnis vergangener Tage. Der Unterstand schützt das Fahrzeug vor dem Verfall und ermöglicht es Besuchern, die handwerkliche Präzision und den praktischen Nutzen dieser frühen Feuerwehrtechnik hautnah zu erleben. Ein Besuch lohnt sich für alle, die sich für die Entwicklung der Feuerwehr und den technischen Fortschritt des frühen 20. Jahrhunderts begeistern können.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…