Denkmal/Gedenkstätte

Stolperstein für Ottilie Herz

Luisenstraße 19, 65185 Wiesbaden

Highlights

  • In Wiesbaden erinnert ein Stolperstein an Ottilie Herz, eine der Verfolgten des Nationalsozialismus.
  • Der KunstDenkmal-Gründer Gunter Demnig verlegt seit 2010 Steine für Opfer der NS-Zeit in Deutschland.

Tipps

  • Der Stolperstein erinnert an ein Opfer des Nationalsozialismus und gehört zu einem bundesweiten Projekt, das individuelle Schicksale sichtbar macht.
  • Die Verlegung der Steine erfolgt durch lokale Initiativen, die sich der Erinnerung an verfolgte Gruppen widmen und deren Biografien dokumentieren.
  • Die Initiative fördert den Zugang zu historischen Informationen durch eine Datenbank, die Informationen zu den verlegten Stolpersteinen und ihren Trägern bereitstellt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Stolperstein Ottilie Herz Wiesbaden Kultur-Denkmal

Der Stolperstein für Ottilie Herz in Wiesbaden ist ein bewegendes Mahnmal des Projekts „Stolpersteine“, initiiert vom Künstler Gunter Demnig. Diese kleinen, in den Gehweg eingelassenen Messingtafeln erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere an jüdische Bürger:innen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert oder ermordet wurden.

Ottilie Herz war eine der vielen Menschen, deren Leben durch die NS-Diktatur zerstört wurde. Die Stolpersteine dienen als stille Gedenktafel vor dem letzten bekannten Wohnort der Verfolgten und fordern Passant:innen auf, innezuhalten und sich der individuellen Biografien zu erinnern. Das Projekt verbindet historische Aufarbeitung mit einer persönlichen, fast schon intim wirkenden Erinnerungskultur. Durch die Verlegung direkt vor den Häusern wird die Gewalt des Nationalsozialismus greifbar und lokal verankert – ein Gegenentwurf zur Entfremdung durch Statistiken und abstrakte Zahlen.

Die Initiative „Stolpersteine gegen das Vergessen“ in Bamberg, an der Ottilie Herz zeitweise als Koordinatorin beteiligt war, zeigt die breite gesellschaftliche Teilhabe an diesem Erinnerungsprojekt. Die Initiative pflegt eine Datenbank, in der die Schicksale der Verfolgten dokumentiert werden, um das Wissen über die Opfer zu bewahren. Solche Initiativen tragen dazu bei, das kollektive Gedächtnis zu stärken und die Verantwortung für die Vergangenheit wachzuhalten – besonders in einer Zeit, in der die letzten Zeitzeug:innen verschwinden.

Besonders in Wiesbaden, einer Stadt mit einer reichen jüdischen Geschichte, gewinnen die Stolpersteine eine besondere Bedeutung. Sie erinnern an ein Kapitel, das oft im Schatten der öffentlichen Erinnerung bleibt: an das Alltagsleben der Verfolgten, ihre Berufe, ihre Familien und ihre Hoffnungen, die durch die NS-Herrschaft brutal zerschlagen wurden. Der Stolperstein für Ottilie Herz ist damit nicht nur ein Denkmal, sondern ein Aufruf, die Geschichte nicht zu vergessen – und die Verantwortung für eine offene, tolerante Gesellschaft heute zu tragen.

Wer an diesem Ort vorbeikommt, wird aufgefordert, innezuhalten und sich zu fragen: Was wäre gewesen, wenn? Die Stolpersteine machen uns bewusst, dass Erinnerung aktiv sein muss – und dass jeder Stein eine Geschichte erzählt, die es zu hören gilt. Sie sind ein Zeichen der Würdigung, aber auch ein Mahnmal für die Gefahren, die entstehen, wenn Geschichte verdrängt wird. In Wiesbaden, wie in vielen anderen Städten, bleiben sie ein stiller, aber unüberhörbarer Appell an die Gegenwart.

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