Stadtkirche St. Peter und Paul
Highlights
- Die Stadtkirche St. Peter und Paul in Weißensee wurde erstmals 1301 urkundlich erwähnt und stammt aus dem 12. Jahrhundert.
- Sie steht am höchsten Punkt der Stadt und ist der wichtigste Kirchenbau in Weißensee.
- Das Gebäude ist romanischen Ursprungs, wurde aber im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und vergrößert.
Tipps
- Die Kirche ist zwischen April und Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
- Die Kirche dient auch als Kulturkirche und wird für verschiedene kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Eigenschaften
Über Stadtkirche St. Peter und Paul
Die Stadtkirche St. Peter und Paul in Weißensee zählt zu den bedeutendsten sakralen Bauten Thüringens und steht majestätisch auf dem höchsten Punkt der Stadt. Als romanisches Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert ist sie nicht nur der älteste erhaltene Kirchenbau in Weißensee, sondern auch ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Architektur. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kirche im Jahr 1301, damals bereits im Zusammenhang mit einem Ereignis, das ihre sakrale Reinheit beeinträchtigte. Ursprünglich errichtet am östlichen Ende des zur ehemaligen Burg Weißensee ausgerichteten Marktes, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut, erweitert und nach Bränden wiederhergestellt.
Der Kirchenbau vereint verschiedene Baustile, wobei der heutige Eindruck stark von spätgotischen Einflüssen geprägt ist. Das Langhaus führt in einen hochgotischen Chorbau über, an dessen Nordseite sich ein zweigeschossiger Anbau anschließt. Auffällig ist das gewaltige Dach, das sich harmonisch über Chor und Langhaus erstreckt. Ursprünglich besaß die Kirche einen Turm über der Vierung, der jedoch aus Sicherheitsgründen im Jahr 1619 abgetragen wurde. Stattdessen wurden die Glocken auf den Kirchoff gehängt. Auch die äußere Gestalt des Daches veränderte sich im Laufe der Zeit, wie der Merianstich von etwa 1650 zeigt, der einen polygonalen Dachreiter von beachtlicher Größe darstellt.
Besonders sehenswert ist die innere Ausstattung, die trotz mehrerer Umbauten und Renovierungen noch originale mittelalterliche Elemente bewahrt. Der Hauptaltar gilt als ältester erhaltener Teil der Kirchenausstattung und zeigt bereits romanische Züge. Die Emporen, über zwei Etagen verteilt, sind über Außenaufgänge erreichbar und zählen zu den kunstvollsten Gestaltungselementen des 17. Jahrhunderts. Mehr als 100 Brüstungsfelder zieren farbige, szenische Darstellungen, während die Kassettendecke mit ornamental bemalten Mustern geschmückt ist. Besonders die nördlichen Emporen wurden im Zuge barocker Umbauten zu Logen mit aufwendigen Schnitzereien und farbig gefassten Gliederungen umgestaltet.
Heute dient die Stadtkirche St. Peter und Paul als Kulturkirche und ist bei Besuchern aufgrund ihrer architektonischen Schönheit und restaurierten Innenräume besonders beliebt. In den Sommermonaten ist sie täglich für Besucher geöffnet und kann für Führungen angefragt werden. Daneben bleibt sie weiterhin Ort evangelischer Gottesdienste, insbesondere zu hohen kirchlichen Festen. Die Kirche verkörpert somit eine lebendige Verbindung zwischen historischem Erbe und moderner kultureller Nutzung – ein kulturelles Zentrum mitten in Weißensee.