Kirche/Kloster

Ölbergkapelle

Kirchpl., 88316 Isny im Allgäu

Highlights

  • Die Ölbergkapelle in Isny entstand um 1390 als Teil der Georgs- und Jakobuskirche und wurde nach dem Stadtbrand 1631 neu erbaut.
  • Barocke Architekturmalereien von Franz Anton Dick (18. Jh.) zieren den Innenraum des Rundbaus mit beeindruckender Tiefenwirkung.

Tipps

  • Die Ölbergkapelle bietet einen barocken Innenraum mit Architekturmalereien von Franz Anton Dick, die durch ihre räumliche Tiefe beeindrucken und künstlerische Details aufweisen.
  • Ein Seitengang verbindet die Kapelle mit der Marienkapelle, die nach dem Stadtbrand von 1631 im Jahr 1645 wiederaufgebaut wurde und historische Bausubstanz zeigt.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ölbergkapelle Isny – Sakrale Kultur im Allgäu

Die Ölbergkapelle in Isny im Allgäu ist ein beschauliches, aber historisch bedeutsames Sakralbauwerk, das sich als ruhiger Ort der Andacht und des Rückzugs inmitten der Stadt präsentiert. Ursprünglich als Teil der Nikolaikirche konzipiert, entwickelte sich die Kapelle im Laufe der Jahrhunderte zu einem eigenständigen Ort des Gebets und der Besinnung. Ihr Name verweist auf die biblische Szene des Ölbergs, wo Jesus vor seiner Kreuzigung betete – ein Symbol für Demut und spirituelle Erhebung, das sich ideal mit der stillen Atmosphäre des Allgäus verbindet.

Architektonisch fällt die Kapelle durch ihren barocken Rundbau auf, der im 18. Jahrhundert entstand und von dem lokalen Künstler Franz Anton Dick aus Ratzenried mit prächtigen Architekturmalereien verziert wurde. Diese Werke, die durch ihre tiefenräumige Wirkung bestachen, verleihen dem Innenraum eine fast mystische Ausstrahlung. Die Kapelle steht in engem Zusammenhang mit der Nikolaikirche, die seit dem Mittelalter als Leutekirche für die Isnyer Bürgerschaft diente. Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1631 wurde die Kapelle wiederaufgebaut und später im Rokokostil umgestaltet, wobei sie sich zu einem Ort der konfessionsübergreifenden Versöhnung entwickelte – ein Novum in einer Zeit, die sonst von religiösen Spannungen geprägt war.

Besonders reizvoll ist der Zugang zur Ölbergkapelle über einen Seitengang im Chorraum der Nikolaikirche, der eine direkte Verbindung zur benachbarten Marienkapelle herstellt. Diese wurde ebenfalls nach dem Brand von 1631 wiederhergestellt und war ursprünglich um 1390 entstanden. Die Verbindung beider Kapellen unterstreicht die enge historische und spirituelle Verknüpfung der Sakralbauten im Herzen Isnys. Die Ölbergkapelle lädt Besucher ein, in der Stille des barocken Rundbaus eine Pause einzulegen und den Blick auf die umliegenden Berge des Allgäus zu genießen – ein Ort, an dem sich Geschichte, Kunst und Natur harmonisch vereinen.

Die Kapelle ist ein Zeugnis des kulturellen Schatzes, den Isny im Allgäu zu bieten hat. Sie steht im Kontrast zu den oft lebhaften Gassen der Stadt, die durch ihre kulinarischen Traditionen und handwerkliche Geschichte bestachen. Während die Nikolaikirche mit ihrem spätgotischen Chor und der Predigerbibliothek über der Sakristei auf eine reiche Vergangenheit verweist, bietet die Ölbergkapelle eine besinnliche Alternative – einen Ort, an dem man die Zeit anhalten und die spirituelle Dimension des Allgäus erleben kann. Ideal für einen Ausflug, der Kultur, Sakralbaukunst und die stille Schönheit der Region verbindet.

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