Ruine Werdenstein
Highlights
- Die Ruine der Burg Werdenstein liegt auf einem Sandsteinhügel über dem Illertal im Allgäu.
- Der Torbau und geringe Mauerreste sind aus dem 13. bis 15. Jahrhundert erhalten.
- 1785 wurde die Burg an die Grafen von Königsegg-Rothenfels verkauft, danach fiel sie in Verfall.
Tipps
- Die Ruine ist gut mit dem Kinderwagen erreichbar und lädt zu einer kleinen Wanderung im Werdensteiner Moos ein.
- Der Torbau ist erhalten, der Zugang zum Fundament des Bergfrieds ist jedoch eingezäunt und nicht betretbar.
- Radfahren ist nicht erlaubt, zu Fuß erkundet man die Reste der ehemaligen Höhenburg bequem.
Eigenschaften
Über Ruine Werdenstein
Die Ruine Werdenstein liegt im bayerischen Immenstadt im Allgäu, einem Ortsteil namens Werdenstein, im Landkreis Oberallgäu. Die historische Höhenburg thront auf einem Sandsteinhügel über dem Illertal und zählt heute zu den bedeutenden kulturhistorischen Denkmälern der Region. Obwohl von der ursprünglichen Anlage nur noch geringe Reste erhalten geblieben sind, prägt der erhaltene Torbau das Erscheinungsbild der Stätte. Die Burg diente einst als Stammsitz der adeligen Familie von Werdenstein und war Mittelpunkt der gleichnamigen Herrschaft.
Die Geschichte der Veste reicht bis ins Mittelalter zurück. Die Herren von Werdenstein etablierten sich früh als treue Vasallen des Stifts Kempten, später jedoch unterwarfen sie sich dem mächtigen Haus Österreich, um ihre Unabhängigkeit gegenüber anderen regionalen Herrschern zu sichern. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde die Burg mehrfach in politische und militärische Auseinandersetzungen verwickelt, darunter auch während des Bauernkriegs im 16. Jahrhundert. Nach dem Aussterben des Geschlechts im späten 18. Jahrhundert geriet die Anlage in einen langen Verfall, der durch verschiedene Besitzerwechsel und Vernachlässigung weiter voranschritt.
Heute ist das Gelände der Ruine zum Teil eingezäunt, sodass der Zugang zu einigen Bereichen, etwa zu den Fundamenten des ehemaligen Bergfrieds, nicht möglich ist. Dennoch laden die erhaltenen Mauerreste und der markante Torturm Besucher zu einem historischen Ausflug ein. Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den 1980er Jahren wurden die verbliebenen Strukturen restauriert und das Areal in einen Biergarten des angrenzenden Burg-Cafés umgewandelt. Diese Kombination aus Kulturdenkmal und gastronomischem Angebot macht die Ruine Werdenstein zu einem lohnenswerten Zwischenstopp, etwa im Rahmen einer Wanderung durch das Werdensteiner Moos.
Die Ruine steht in enger Verbindung zur regionalen Geschichte und bietet Einblicke in das Leben und Wirken einer einst einflussreichen Adelsfamilie des Allgäus. Die architektonischen Spuren, darunter der auffällige Torbau mit seinen Schießöffnungen, dokumentieren den militärischen Charakter der Anlage. Eine kleine Kapelle am ursprünglichen Standort der mittelalterlichen Burgkapelle wurde im Zuge der Restaurierung neu geweiht. Die Lage auf dem Hügel gewährt zudem einen schönen Ausblick über das Umland, was den Besuch besonders reizvoll macht.