Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Kobern

Lennigstraße 6, 56330 Kobern-Gondorf

Highlights

  • Die Synagoge in Kobern-Gondorf wurde bis 1942 von einer jüdischen Gemeinde genutzt, die erstmals 1563 urkundlich erwähnt wurde.
  • 1906 lebten 39 jüdische Einwohner in Kobern; bis 1927 sank die Zahl auf 16, bevor die Gemeinde 1942 aufgelöst wurde.

Tipps

  • Die ehemalige Synagoge bietet Einblicke in die Geschichte der jüdischen Gemeinde, die seit dem 16. Jahrhundert in der Region nachweisbar ist.
  • Ein Informationsschild oder eine Ausstellung vor Ort vermittelt Details zur Entwicklung der jüdischen Bevölkerung und ihrer Einrichtungen im Laufe der Jahrhunderte.
  • Der Bau der Synagoge spiegelt architektonische und kulturelle Besonderheiten der jüdischen Gemeinschaft wider, die bis 1942 bestand.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Kobern – Kulturdenkmal in Gondorf

Die ehemalige Synagoge in Kobern-Gondorf ist ein bedeutendes historisches Zeugnis der jüdischen Geschichte im Moselraum. Die erste urkundliche Erwähnung von Juden im Ort stammt aus dem späten 16. Jahrhundert, als im Jahr 1563 und 1576 jüdische Einwohner in Kobern dokumentiert wurden. Die Gemeinde gehörte ursprünglich zum Erzstift Trier und entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einer kleinen, aber fest verankerten jüdischen Gemeinschaft.

Die Synagoge selbst war ein zentraler Ort des jüdischen Lebens in der Region. Neben der religiösen Funktion diente sie als Versammlungsort und kulturelles Zentrum. Besonders im 19. Jahrhundert erlebte die jüdische Gemeinde eine gewisse Blütezeit: 1808 lebten hier bereits 19 jüdische Einwohner, doch die Zahl sank im frühen 20. Jahrhundert auf 16. Trotz der Schrumpfung blieb die Synagoge ein wichtiger Bezugspunkt, bis sie im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung 1942 zerstört wurde.

Ein besonderes Merkmal der jüdischen Gemeinde in Kobern war die Nutzung des Friedhofs in Wierschem, einem Nachbarort, für Beisetzungen. Dies zeigt die enge Verbindung der jüdischen Bevölkerung mit der Umgebung. Die letzte bekannte jüdische Lehrerin der Region, Frau Goetzoff aus Cochem, unterrichtete auch Kinder aus Kobern-Gondorf bis in die 1930er Jahre. Ihre Tätigkeit spiegelt die Bedeutung der jüdischen Bildung in der Region wider, bevor die Gemeinde durch die Shoa endgültig ausgelöscht wurde.

Heute ist die ehemalige Synagoge ein stilles Mahnmal für die Geschichte der jüdischen Gemeinde. Obwohl das Gebäude nicht mehr existiert, erinnert es an das Leben und die Traditionen, die hier einst gepflegt wurden. Als Teil des kulturellen Erbes von Kobern-Gondorf bietet sie einen Einblick in die Vielfalt der regionalen Geschichte und die tragischen Folgen der Verfolgung im 20. Jahrhundert. Die Erinnerung an die Synagoge bleibt ein wichtiger Bestandteil des lokalen Gedächtnisses.

Für Geschichtsinteressierte und Besucher, die sich mit der jüdischen Vergangenheit der Region beschäftigen, ist die ehemalige Synagoge ein bedeutender Ort. Sie steht symbolisch für das Erbe einer untergegangenen Gemeinde und die Notwendigkeit, ihre Geschichte wachzuhalten. Die Verbindung zu anderen jüdischen Stätten in der Umgebung, wie dem Friedhof in Wierschem, unterstreicht zudem die regionale Vernetzung der jüdischen Lebenswelten im Erzstift Trier.

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