Denkmal/Gedenkstätte

Zeitpyramide

Polsinger Straße 13, 86650 Wemding

Highlights

  • Die Zeitpyramide in Wemding wurde 1993 zum 1200-jährigen Ortsgedenken initiiert und soll voraussichtlich 1190 Jahre dauern.
  • Das Kunstwerk besteht aus 120 Blöcken, die alle zehn Jahre hinzugefügt werden – bisher wurden vier platziert.
  • Künstler Manfred Laber, geboren 1932 in Wemding, entwarf das Projekt, das von einer örtlichen Stiftung verwaltet wird.

Tipps

  • Ein Besuch lohnt sich besonders bei Sonnenuntergang für den Ausblick und die Atmosphäre.
  • Mehr Sitzgelegenheiten wären praktisch, da die vorhandenen oft belegt sind.
  • Das Konzept kann man am besten im Haus des Gastes vor Ort vertiefen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Zeitpyramide

Die Zeitpyramide in Wemding ist ein ambitioniertes Kunstprojekt im Landkreis Donau-Ries in Bayern. Sie steht auf der Robertshöhe am nördlichen Rand der Stadt und gilt als ein langfristiges Denkmal, das den Zeitraum von insgesamt 1200 Jahren symbolisieren soll. Das Projekt wurde 1993 initiiert, anlässlich des 1200-jährigen Bestehens der Stadt Wemding, und ist darauf angelegt, weitere 1200 Jahre in die Zukunft zu reichen. Sollte der ursprüngliche Plan konsequent umgesetzt werden, wird die Fertigstellung voraussichtlich im Jahr 3183 erfolgen.

Das künstlerische Konzept stammt von Manfred Laber, einem in Wemding geborenen Bildhauer, der in den 1950er Jahren an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin studierte. Die Pyramide besteht aus insgesamt 120 Betonblöcken, die jeweils 1,20 Meter lang, breit und 1,80 Meter hoch sind. Die Blöcke werden im Abstand von 0,60 Metern zueinander platziert. Die Struktur gliedert sich in vier Ebenen, wobei die unterste aus 64 Blöcken (8×8), die zweite aus 36 (6×6), die dritte aus 16 (4×4) und die oberste aus vier (2×2) Blöcken besteht. Bis zum Jahr 2023 wurden erst vier Blöcke gesetzt – jeweils im Abstand von zehn Jahren.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch lokale Unterstützung, etwa durch Firmen, die Materialien oder Dienstleistungen kostenlos zur Verfügung stellen. Die Gestaltung der Blöcke ist nicht festgelegt, was zukünftigen Generationen die Möglichkeit gibt, auf verfügbare Materialien oder künstlerische Impulse zu reagieren. Die Verwaltung der Zeitpyramide liegt bei einer in Wemding ansässigen Stiftung, die das langfristige Ziel des Kunstwerks sicherstellen soll. Ein Modell der vollständigen Pyramide ist im Haus des Gastes in Wemding zu sehen.

Die Zeitpyramide vermittelt durch ihre schrittweise Entstehung ein besonderes Zeitgefühl. Jeder neu gesetzte Block markiert ein Zeitintervall von zehn Jahren und symbolisiert damit den langsamen, fast unmerklichen Verlauf der Zeit. Die Anlage zieht sowohl Kulturinteressierte als auch Besucher an, die die Aussicht vom Hügel genießen möchten. Mehrere Bewertungen loben den Panoramablick, während andere Besucher kritisch anmerken, dass das Kunstwerk noch lange nicht vollendet ist und die ersten gesetzten Blöcke bereits erste Risse zeigen.

Einige Besucher berichten von einer gewissen Atmosphäre des Mystischen, die das Areal umgibt, während andere anmerken, dass besonders am Wochenende Jugendgruppen die Ruhe beeinträchtigen. Neben der künstlerischen Dimension hat das Projekt auch mediale Aufmerksamkeit erfahren: 2024 wies ein YouTube-Video des australischen Mathematikers Matt Parker auf einen sogenannten Off-by-one-Fehler im Zeitplan hin, wonach die Pyramide theoretisch zehn Jahre früher fertiggestellt wäre, wenn man den Beginn im Jahr 1993 korrekt als Startpunkt zählt. Dennoch bleibt die Zeitpyramide ein bemerkenswertes Beispiel für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum mit langfristigem kulturellem Anspruch.

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