IKGN
Highlights
- Mit über 1.000 digitalisierten Altkarten und 35.000 archivierten Postkarten bietet die Bibliothek einzigartige Quellen zur regionalen und kulturellen Geschichte des Ostseeraums.
- Sondersammlungen wie Kaegbein (baltische Geschichte) und Undritz (russische Kultur) ergänzen den Bestand mit über 1.400 Bänden und historischen Dokumenten zu Ostmitteleuropa.
Tipps
- Für die Nutzung der digitalen Bestände zur baltischen Geschichte und Kulturgeschichte stehen über 1.400 Bände sowie zahlreiche Landkarten und Mikroformate zur Verfügung.
- Ein barrierefreier Zugang zu den Räumlichkeiten und eine digitale Aufbereitung eines Teils der Sammlungen erleichtern die Nutzung für Besucher mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
Eigenschaften
Kultur & Bibliothek in Lüneburg-Häcklingen (IKGN)
Die Nordost-Bibliothek des IKGN in Lüneburg-Häcklingen ist eine spezialisierte wissenschaftliche Einrichtung mit einem einzigartigen Fokus auf die Geschichtswissenschaft und Kulturgeschichte des nordöstlichen Europas. Als Teil des Nordost-Instituts für regionale und transnationale Studien bietet sie ein umfangreiches Archiv historischer Quellen, das sich vor allem auf die Regionen Estland, Lettland, Litauen, Polen, Russland sowie die ehemaligen preußischen Provinzen Ost- und Westpreußen, Pommern und Posen konzentriert. Besonders wertvoll sind die Sammlungen zur brandenburgischen Neumark und den historischen Gebieten des Baltikums, die sowohl aktuelle als auch archivierte Perspektiven auf diese Regionen bereitstellen.
Ein zentraler Bestandteil der Bibliothek ist ihr reichhaltiger Bestand an historischen Ansichtspostkarten und Veduten, der über 35.000 Exemplare umfasst. Diese sind systematisch archiviert und über eine digitale Exeltabelle recherchierbar, wobei Projekte wie die „Digitale Bibliothek Riga“ (2013) die Zugänglichkeit weiter verbessert haben. Ergänzt wird dies durch eine Sammlung von etwa 1.000 Altkarten, die seit 2008 schrittweise digitalisiert werden. Besonders hervorzuheben sind die Sondersammlungen, darunter die Sammlung *Undritz* mit rund 1.400 Bänden zur baltischen und russischen Geschichte sowie die *Sammlung Kaegbein*, die sich auf spezifische historische und kulturgeschichtliche Themen spezialisiert.
Die Nordost-Bibliothek richtet sich nicht nur an Forscher:innen, sondern auch an ein breiteres Publikum mit Interesse an regionaler Geschichte. Neben Büchern und Zeitschriften in mehreren Sprachen – darunter Deutsch, Englisch, Estnisch, Lettisch, Litauisch, Polnisch und Russisch – bietet sie Zugang zu digitalisierten Quellen, darunter historische Darstellungen wie die *Historische Erzehlung Von dem Jungkfrawkloster S.* (1614). Der Bestand wird durch regelmäßige Ausstellungen und Forschungsprojekte lebendig gehalten, etwa durch die Präsentation digitalisierter Postkarten aus Liepāja (Lettland), das 2027 Kulturhauptstadt Europas sein wird.
Für die Nutzung der Bibliothek ist ein Benutzerausweis erforderlich, der gegen Vorlage eines gültigen Personalausweises ausgestellt wird. Neben klassischem Leseplatz stehen moderne Medien wie WLAN, ein Buchscanner sowie Geräte zur Mikrofilm- und Mikrofiche-Recherche zur Verfügung. Die Bibliothek fördert zudem wissenschaftliche Arbeit durch Stipendien für Forschungsaufenthalte, die zur Vorbereitung oder Durchführung von Studien- und Qualifikationsarbeiten genutzt werden können. Damit verbindet sie archivische Tiefe mit aktuellem Forschungsbezug – ein unverzichtbarer Ort für alle, die sich mit der Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas auseinandersetzen.