Bronzezeitliches Schlachtfeld Tollensetal
Highlights
- Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger entdeckten seit 1996 systematisch Knochen, Schwerter und Sicheln – Belege für gewaltsame Konflikte der Bronzezeit.
- Funde wie Tutuli (Schmuck) und traumatologische Skelettveränderungen belegen Gewalt, Kriegstechnik und soziale Hierarchien der Epoche.
Tipps
- Die Umgebung des Tollensetals lädt zu einer thematischen Wanderung ein, die an markierten Stellen auf archäologische Befunde und die Landschaftsgeschichte hinweist.
Eigenschaften
Bronzezeit-Schlachtfeld Tollensetal Werder
Das Bronzezeitliche Schlachtfeld Tollensetal in Werder zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundorten Mitteleuropas und bietet eine faszinierende Einblicke in die Gewaltgeschichte der frühen Bronzezeit. Seit den ersten spektakulären Entdeckungen durch den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Ronald Borgwardt in den 1990er-Jahren wurde das Flusstal zum Schauplatz intensiver Forschung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Greifswald sowie des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege untersuchen seitdem systematisch die Hinterlassenschaften eines massiven Konflikts, der um 1250 vor Christus stattfand.
Die Analyse der Knochen zeigte traumatologische Veränderungen, die auf brutale Kämpfe mit Schwertern, Speeren und anderen Waffen hindeuten. Besonders bemerkenswert sind die Funde von Waffen wie Schwertern, Armringen und Sicheln, die nicht nur die Kriegsführung, sondern auch die soziale Hierarchie der bronzezeitlichen Gesellschaften veranschaulichen. Die Funde wurden in renommierten Ausstellungen wie dem Neues Museum Berlin oder dem Landesmuseum für Vorgeschichte Halle präsentiert.
Das Tollensetal selbst ist ein landschaftlich reizvolles Gebiet mit weiten Auen, Flüssen und sanften Hügeln, das sich ideal für Wanderungen und Naturerlebnisse eignet. Die ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerinnen und -pfleger suchen bis heute systematisch nach weiteren Spuren des Konflikts und tragen so zur Erhaltung dieses einzigartigen Kulturguts bei. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden in Fachpublikationen wie der Prähistorischen Zeitschrift oder Begleitbänden zu Ausstellungen dokumentiert und machen das Schlachtfeld zu einem zentralen Thema der archäologischen Forschung.
Werder und das Tollensetal bieten damit nicht nur eine historische Zeitreise, sondern auch eine malerische Naturkulisse. Die Kombination aus archäologischem Erbe und landschaftlicher Schönheit macht den Ort zu einem besonderen Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte und Naturliebhaber gleichermaßen. Die Funde und ihre Bedeutung wurden in zahlreichen Medien wie der Greifswalder Zeitung oder der Berliner Morgenpost aufgegriffen, was die internationale Relevanz des Fundorts unterstreicht.
Die wissenschaftliche Aufarbeitung des Schlachtfelds erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Universitäten und Denkmalbehörden, um die Funde langfristig zu bewahren und ihre Bedeutung für die Forschung zu sichern. Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie das Gebiet überwachen und neue Funde melden. Das Tollensetal bleibt damit ein lebendiges Archiv der Vergangenheit – ein Ort, an dem Geschichte und Natur untrennbar verbunden sind.