Altes Stammwerk (Firma Schade)
Highlights
- Gegründet 1886 von Friedrich Schade als kleines Metallverarbeitungsunternehmen mit 10 Mitarbeitern in Plettenberg.
- 1930er Jahre: Expansion durch Übernahme und Sanierung einer stillgelegten Gesenkschmiede an der Königstraße mit galvanischer Abteilung.
Tipps
- Die Führung vermittelt Einblicke in die industrielle Produktion des 20. Jahrhunderts, insbesondere durch die Integration einer galvanischen Abteilung in das Werk.
Eigenschaften
Altes Stammwerk Schade – Kulturdenkmal Plettenberg
Das Alte Stammwerk der Firma Schade in Plettenberg ist ein bedeutendes historisches Industriedenkmal, das die regionale Wirtschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts lebendig hält. Gegründet wurde der Betrieb 1886 von einem jungen Unternehmer, der mit nur zehn Mitarbeitern an der Bahnhofstraße seinen ersten Betrieb eröffnete. Schon bald entwickelte sich das Stammwerk zu einem wichtigen Standort der lokalen Metallverarbeitung und Mechanik.
Die Bedeutung des Werks wuchs im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich. Anfang der 1930er Jahre war der ursprüngliche Standort an der Bahnhofstraße nicht mehr ausreichend, sodass die Firma Schade eine stillgelegte Gesenkschmiede an der Königstraße erwarb und zu einem modernen Produktionsstandort umgestaltete. Dazu gehörte auch die Einrichtung einer galvanischen Abteilung, die die technische Ausstattung des Betriebs weiter ausbaute. Diese Erweiterung unterstreicht die Innovationskraft der Firma, die sich an die sich wandelnden Anforderungen der Industrie anpasste.
Während des Zweiten Weltkriegs war das Stammwerk wie viele andere Betriebe in Deutschland auch in die Rüstungsproduktion eingebunden. Unterlagen aus dem Plettenberger Stadtarchiv belegen, dass während dieser Zeit etwa 183 Zwangsarbeiter:innen in der Produktion beschäftigt waren. Diese dunkle Phase der Firmengeschichte spiegelt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zwänge der Zeit wider und macht das Werk zu einem Ort, der auch mit den Schattenseiten der industriellen Vergangenheit konfrontiert.
Nach dem Krieg blieb die Firma Schade ein zentraler Arbeitgeber in Plettenberg und prägte maßgeblich das wirtschaftliche Bild der Region. In den 1950er Jahren war das Werk an der Königstraße bereits ein etablierter Produktionsstandort, wie historische Aufnahmen zeigen. Trotz späterer Standortverlagerungen – etwa die Gründung eines neuen Betriebs in Selbecke – blieb das Alte Stammwerk ein Symbol für die langjährige Tradition der Metallverarbeitung in der Stadt.
Heute ist das ehemalige Stammwerk ein Zeugnis industrieller Geschichte und ein Ort, der Einblicke in die Entwicklung lokaler Unternehmen bietet. Obwohl es nicht mehr als aktiver Produktionsstandort genutzt wird, bleibt es ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes Plettenbergs.