St. Nicolai
Highlights
- Die St. Nicolai-Kirche in Werdum stammt aus den Jahren 1230–1250 und ist mit polyloben Bögen ein typisches gotisches Bauwerk.
- Der 1763 erbaute Turm prägt das Ortsbild, während das 1760 geschaffene Taufbecken bis heute genutzt wird.
- 1327 erfolgte die Weihe der Kirche, die seit dem 10. Jahrhundert dem Schutzpatron der Seefahrer, Nicolaus, gewidmet ist.
Tipps
- Das Taufbecken aus dem Jahr 1760 stellt ein original erhaltenes Ausstattungsstück dar und wird weiterhin für Taufen genutzt.
- Der Turm der Kirche, 1763 angebaut, bildet das markante Wahrzeichen des Ortes und ist von weitem erkennbar.
Eigenschaften
Kirchenbesuch St. Nicolai Werdum – Kultur & Sakrales
Die St. Nicolai-Kirche in Werdum ist ein prägendes Wahrzeichen des Ortes und ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Kirchenbaugeschichte. Die Kirche entstand in den Jahren zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert, wobei archäologische Erkenntnisse aus dem Jahr 2003 auf einen Ursprungsbau zwischen 1230 und 1250 hinweisen. Besonders auffällig sind die polyloben Bogen, ein Stilmerkmal, das in dieser Form nur in diesem Zeitraum in vergleichbaren Kirchenbauten anzutreffen ist. Ein dokumentiertes Weihedatum von 1327 unterstreicht die historische Bedeutung des Gotteshauses.
Der Schutzpatron der Kirche, der Heilige Nikolaus, genießt seit dem 10. Jahrhundert in Deutschland eine besondere Verehrung – als Beschützer von Schiffern, Kaufleuten, Bäckern, Kindern und Schülern. Diese Tradition spiegelt sich auch in Werdum wider, das im Mittelalter durch Meereseinbrüche zeitweise fast inselartig abgeschnitten war. Die ansässige Seefahrergemeinschaft vertraute dem Heiligen auf See und an Land, was bis heute in der Namensgebung und dem kulturellen Erbe der Region nachwirkt.
Das markanteste Bauwerk der Kirche ist ihr Turm, der 1763 an die bestehende Anlage angebaut wurde und seitdem als weithin sichtbares Symbol von Werdum dient. Im Inneren besticht das Taufbecken aus dem Jahr 1760, das bis heute für die Taufe genutzt wird. Ein weiteres Kunstwerk ist ein Altarbild aus dem 18. Jahrhundert, das die Einsetzung des Heiligen Abendmahls zeigt und 1796 von der Künstlerin Antonie Röntgen geschaffen wurde. Der ursprüngliche Kirchenraum folgt einem rechteckigen Hallenbau im Übergangsstil von Romanik zu Frühgotik, wobei nur eine einzige ursprüngliche Fensteröffnung erhalten blieb.
Diese Öffnung an der Südseite wurde 1706 durch ein ovales Fenster ersetzt, das das Licht in den Innenraum lenkt. Trotz späterer Umbauten und Erweiterungen bewahrt die St. Als evangelisches Gotteshaus bleibt sie bis heute ein Ort der Andacht und ein geschichtsträchtes Denkmal für die Gemeinde und Besucher.