Färberbrunnen
Highlights
- Der Färberbrunnen in Böhl-Iggelheim ist eine historische Sehenswürdigkeit mit künstlerischem Bezug zu Theo Rörig, der hier 1963 Meisterprüfung als Steinmetz ablegte.
- Seit 1983 dient die Werkstatt am Schulwiesengraben als Ausstellungsraum für Rörigs Werke, darunter die 2022 eröffnete Gedächtnisausstellung ‚GRENZGÄNGER‘.
- Rörig gestaltete Landeskunstausstellungen ab 1973 und schuf Skulpturen für öffentliche Räume, Kirchen und Sammlungen
Eigenschaften
Färberbrunnen Böhl-Iggelheim: Kulturdenkmal entdecken
Der Färberbrunnen in Böhl-Iggelheim ist ein historisch bedeutsames Wahrzeichen, das tief in der regionalen Tradition verwurzelt ist. Der Brunnen diente einst als zentraler Ort für die Färberei von Textilien, einem Handwerk, das im Mittelalter und der frühen Neuzeit eine große Rolle in der Region spielte. Sein Name verweist auf die historische Bedeutung des Ortes: Hier wurde Wasser für die Färbeprozesse entnommen, die mit natürlichen Farbstoffen wie Indigo, Krapp oder Walnuss durchgeführt wurden. Der Brunnen steht heute als Zeugnis dieser handwerklichen Tradition und erinnert an die wirtschaftliche Bedeutung der Textilfärberei für die lokale Bevölkerung.
Direkt mit dem Färberbrunnen verbunden ist die künstlerische Arbeit des Steinmetzes und Bildhauers Theo Rörig, dessen Schaffen eng mit Böhl-Iggelheim verbunden ist. Seit 1983 befindet sich in der Nähe des Brunnens eine Werkstatt mit Ausstellungsraum, die Rörig als Atelier nutzte. Hier entstanden nicht nur seine eigenen Werke, sondern auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen, an denen er als Initiator und Organisator maßgeblich beteiligt war. Sein künstlerisches Schaffen reicht von sakralen Arbeiten in Kirchen bis hin zu öffentlichen Skulpturen, die das Stadtbild prägen.
Die Ausstellung „GRENZGÄNGER“ würdigt Rörigs Werk und zeigt seine künstlerische Auseinandersetzung mit Grenzen – sei es zwischen Kunst und Handwerk, Tradition und Moderne oder zwischen den Disziplinen Steinmetz- und Bildhauerkunst. Die Präsentation bietet Einblicke in seine freischaffende Tätigkeit ab den 1970er Jahren, bei der er sich zunehmend der öffentlichen Kunst zuwandte. Seine Teilnahme an Landeskunstausstellungen und Gruppenpräsentationen unterstreicht seinen Ruf als bedeutender regionaler Künstler, dessen Werke heute in öffentlichen Sammlungen und Institutionen zu finden sind.
Der Färberbrunnen selbst ist nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein Ort der Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Durch die Verbindung zur Werkstatt und Ausstellung von Theo Rörig wird er zu einem kulturellen Zentrum, das die handwerkliche Geschichte Böhl-Iggelheims mit zeitgenössischer Kunst verknüpft. Die Räumlichkeiten ermöglichen witterungsunabhängiges Arbeiten und zeigen, wie Kunst und Handwerk hier seit Jahrzehnten lebendig gehalten werden. Für Besucher bietet der Ort somit nicht nur einen Blick in die regionale Vergangenheit, sondern auch in die kreative Gegenwart der Region.
Besonders die Gedächtnisausstellung „GRENZGÄNGER“ unterstreicht die Bedeutung des Färberbrunnens als Ort der Reflexion über kulturelle Übergänge. Sie lädt dazu ein, die Werke Rörigs im Kontext seiner künstlerischen und handwerklichen Wurzeln zu betrachten – ein einzigartiges Erlebnis für Geschichtsinteressierte und Kunstliebhaber gleichermaßen. Der Brunnen bleibt damit ein Symbol für die lebendige Verbindung von Tradition und Innovation in Böhl-Iggelheim.