Denkmal/Gedenkstätte

Brunnen auf dem Nicolaiplatz

Nicolaipl. 2, 38855 Wernigerode

Highlights

  • Der neogotische Brunnen auf dem Nicolaiplatz in Wernigerode zeigt eine Fiale mit Kreuzblume und folgt gotischen Stilmerkmalen wie Strebewerk und Pyramidenform.
  • Der Platz wurde nach dem Abriss der 18. Jh. baufälligen Nicolaikirche neu gestaltet und beherbergt seit 1991 eine Gedenktafel für den Widerstandskämpfer Gustav Petri.

Tipps

  • Der Brunnen auf dem Nicolaiplatz zeigt eine neugotische Architektur mit einer Fiale, die durch ein Kreuzblumenmotiv abgeschlossen wird.
  • Der Platz bietet einen historischen Kontext, da hier seit dem 13. Jahrhundert die Ecclesia Beati Nikolai stand, bevor sie im 19. Jahrhundert abgerissen wurde.
  • Die Gestaltung des Platzes hat sich im Laufe der Zeit verändert und umfasst heute neben dem Brunnen auch eine Gedenktafel für den Widerstandskämpfer Gustav Petri.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Brunnen Nicolaiplatz Wernigerode Kulturdenkmal

Der Brunnen auf dem Nicolaiplatz in Wernigerode zählt zu den markantesten Sehenswürdigkeiten des historischen Stadtkerns und bildet einen zentralen Anlaufpunkt für Besucher und Einheimische gleichermaßen. Eingebettet in das lebendige Umfeld der Breiten Straße und umgeben von der prächtigen Nicolaikirche, die bereits im Mittelalter als Ecclesia Beati Nikolai erwähnt wurde, vereint der Brunnen architektonische Tradition mit urbaner Funktionalität.

Die Geschichte des Platzes reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als der heilige Nikolaus von Myra – nach Überlieferung – die kahlen Hänge des nahen Brockens mit Nadelbäumen aus seiner Heimat bepflanzte. An dieser Stelle entstand später die Kirche, die jedoch im Laufe der Jahrhunderte durch Baufälligkeit abgerissen und mehrfach neu gestaltet wurde. Der heutige Brunnen entstand im Zuge dieser Umgestaltungen und prägt seit Jahrzehnten das Bild des Nicolaiplatzes.

Architektonisch fällt der Brunnen durch seinen neogotischen Stil auf, der sich durch vertikale Linienführung, filigrane Details wie Fialen und Kreuzblumenzierrat auszeichnet. Typisch für gotische Brunnen ist die mehrstufige Schalenkonstruktion, bei der das Wasser schrittweise von einer schmaleren, höheren Schale in eine breitere, tiefere fließt – ein Prinzip, das bereits im Altertum bekannt war. Während romanische Vorbilder noch statische Ruhe ausstrahlten, entwickelte sich im Mittelalter der Brunnen zur dynamischen, fast kathedralenartigen Komposition, die mit ihrer spitzen Form und ornamentalen Verzierungen an eine Miniatur-Kathedrale erinnert.

Der Platz selbst durchlief im 20. Jahrhundert verschiedene Phasen: Von einem Kriegerdenkmal über einen Parkplatz bis hin zu einem zeitweiligen Springbrunnen. Seit 1991 erinnert zudem eine Gedenktafel an den Obersten Gustav Petri, der als Kampfkommandant kurz vor Kriegsende für seinen Widerstand gegen die Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Diese historische Schichtung macht den Nicolaiplatz zu einem Ort der Erinnerung, der sich mit kultureller Tradition und lokaler Geschichte verbindet.

Als rollstuhlgerechter Aufenthaltsort bietet der Brunnen nicht nur Erholung, sondern auch einen Einblick in die reiche Baugeschichte Wernigerodes. Besonders an warmen Tagen laden die umliegenden Cafés und die Aussicht auf das Wernigeröder Schloss – von dessen Terrasse aus sich ein weites Panorama über das Harzgebiet eröffnet – zum Verweilen ein. Der Brunnen steht damit symbolisch für die Verbindung von Wasser als Lebenselixier, Architektur als kulturelles Erbe und dem Platz als lebendigem Zentrum des historischen Stadtkerns.

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…