Bergfried Burg Wertheim
Highlights
- Die Burg Wertheim wurde 1183 erstmals urkundlich erwähnt und ist eine der ältesten Burgruinen Baden-Württembergs.
- Der Bergfried stammt aus dem Jahr 1200 und zählt zu den ältesten Teilen der Burg.
- Wolfram von Eschenbach hielt sich eng mit den Grafen von Wertheim, was Rückschlüsse auf die Niederschrift des Parzival dort zulässt.
Tipps
- Vom Bergfried aus bietet sich bei klarem Wetter ein beeindruckender Blick über die Stadt Wertheim und die umliegende Landschaft.
- Die gut ausgebaute Burgruine lädt zu einer sicheren und informativen Besichtigung ein, insbesondere für Interessierte an mittelalterlicher Geschichte.
- Ein Besuch während des Mittelaltermarktes bietet authentisches Ambiente, wobei die Burgruine auch unabhängig von Veranstaltungen sehenswert ist.
Eigenschaften
Über Bergfried Burg Wertheim
Der Bergfried der Burg Wertheim erhebt sich majestätisch auf einer schmalen Bergzunge zwischen den Tälern von Main und Tauber und bildet heute das markanteste Bauwerk der Burgruine. Diese Höhenburg zählt zu den ältesten erhaltenden Burgruinen Baden-Württembergs und wurde erstmals in einer Urkunde des späten 12. Jahrhunderts erwähnt. Ursprünglich im Zuge mehrerer Bauperioden ausgebaut, diente sie als Residenz der Grafen von Wertheim und späterer kultureller Mittelpunkt der Region. Der Bergfried, um die Wende zum 13. Jahrhundert errichtet, gehört heute zu den besterhaltenen Teilen der Anlage und zeugt von der ehemaligen Macht und Bedeutung der Burg.
Die Stadt Wertheim entstand planmäßig unterhalb der Burg und entwickelte sich eng mit der Wehranlage. Bereits früh wurde die Siedlung durch eine gemeinsame Mauerlinie mit der Burg verbunden. Der Name „Wertheim“ leitet sich von der geografischen Lage ab – „erhöhtes Land am Wasser“ – und spiegelt die ursprüngliche Besiedlung auf der anderen Seite des Main wider. Die Burg selbst stand im Mittelpunkt des graflichen Herrschaftsgebiets und spielte eine zentrale Rolle im Leben der Region. Eng verbunden mit der Burg ist auch der Dichter Wolfram von Eschenbach, der hier vermutlich Teile seines Werkes „Parzival“ niederschrieb. Hinweise in seinem Text deuten darauf hin, dass er am Hof der Grafen von Wertheim lebte und wirkte.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz der Burg mehrfach, ehe das einst mächtige Grafengeschlecht im 16. Jahrhundert erlosch. Danach gelangte die Anlage an das Haus Stolberg und später an die Linie Löwenstein-Wertheim. Im 17. Jahrhundert wurde die Burg durch eine Pulverexplosion schwer beschädigt und während des Dreißigjährigen Krieges durch kaiserliche Truppen weiter zerstört. Seitdem liegt sie als eindrucksvolle Ruine inmitten der Landschaft. Erst ab 1982 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten, gefördert vom Land Baden-Württemberg, um die Bausubstanz zu sichern und den Zugang für Besucher zu ermöglichen.
Heute gehört die Burgruine Wertheim zur Stadt und wird als historische Sehenswürdigkeit bewirtschaftet. Der Bergfried sowie weitere erhaltene Gebäudeteile bieten einen Einblick in das Leben des Mittelalters. Besucher berichten von einer besonders eindrucksvollen Atmosphäre, die besonders bei klarem Wetter durch die weite Aussicht über die Dächer der Stadt und das Flusstal verstärkt wird. Auch bei mittelalterlichen Veranstaltungen, wie dem Mittelaltermarkt, wird die Burg zu einem lebendigen Ort der Begegnung mit der Geschichte. Die Ruine gilt als gut ausgebaut für den Besuch und bietet informative Einblicke in ihre Vergangenheit.