Denkmal/Gedenkstätte

Kirchberg

99735 Kleinfurra

Highlights

  • Die Burgruine Kirchberg liegt bei Wernrode im Norden von Thüringen.
  • Kaiser Otto III. traf 997 auf dem Kirchberg mit wichtigen Kirchenwürdenträgern zusammen.
  • Die Spornburg erstreckt sich über einen Bergrücken mit einer Länge von etwa 230 Metern.

Tipps

  • Besucher sollten festes Schuhwerk tragen, da das Gelände uneben und teilweise steil ist.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders bei gutem Wetter, um die Aussicht über das Ungeheure Tal zu genießen.
  • Die nahegelegene Ortschaft Wernrode bietet weitere historische Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Kirchberg

Die Burgruine Kirchberg liegt in der Gemarkung von Wernrode im Landkreis Nordhausen in Thüringen. Sie thront auf einem Bergsporn im Bereich der Hainleite und befindet sich damit in einer landschaftlich reizvollen Region nördlich des Harzes. Die Anlage gliedert sich in zwei Hauptteile: die eigentliche Spornburg „Alte Burg“ und die südlich davon gelegene Ruine der „Alten Kirche“. Beide Zeugen einer mehr als tausendjährigen Geschichte und zählen heute zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Region.

Die „Alte Burg“ erstreckt sich auf einer Länge von rund 230 Metern entlang des Bergrückens. Der zentrale Burgplatz ist langgestreckt-rechteckig mit Abmessungen von etwa 35 mal 70 Metern. Auf der Südwestseite, der ehemaligen Angriffsfront, ist ein in den Felsen gehauener Halsgraben erhalten, der eine Breite von 7,50 Metern aufweist. Hinter dem Graben steht der Rest eines runden Bergfrieds mit einem Durchmesser von etwa 7,50 Metern. Südwestlich der Kernburg lag die Vorburg, die durch einen hohen Wall mit Vorgraben gesichert war. Ihre Ausmaße betragen etwa 70 mal 90 Meter. Innerhalb der Vorburg zeigen sich Überreste eines weiteren, möglicherweise unvollendeten Walles.

Etwa 500 Meter südlich der Burganlage befindet sich die Ruine der „Alten Kirche“. Diese steht auf einer Hochfläche in einer Höhe von etwa 370 Metern über NN und fällt nach Norden zum Kirchtal ab. Der ehemalige Burgplatz war ovalförmig mit einer Ausdehnung von 38 mal 50 Metern. Die Nordseite verlief geradlinig und war durch einen steilen Hang sowie eine künstliche Terrasse gesichert. Teile der Ringmauer sind noch erhalten, insbesondere im Bereich des Eingangs. Vereinzelt finden sich Ziegelreste, die auf den ehemaligen Gebäudebestand hinweisen. Südlich der Anlage sind die undeutlichen Grundrisse einer romanischen Kapelle sowie Bodensenkungen und Erhebungen zu erkennen, die auf das ehemalige Dorf Kirchberg zurückgehen.

Die Geschichte der Burg reicht weit zurück. Bereits im frühen Mittelalter war die Stelle von Bedeutung. Kaisers Otto III. soll hier im Zuge seines Italienzugs auf dem Weg von Mühlhausen nach Magdeburg gewesen sein. Im Hochmittelalter war die Burg Sitz der Grafen von Kirchberg. Im Laufe der Zeit wechselte der Besitz mehrfach; unter anderem kamen Teile der Burg durch Kauf und Heirat an die Grafen von Honstein und später an die Grafen von Schwarzburg. Nach dem Aussterben der Linie Hohnstein-Sondershausen erbten die Schwarzburger die Herrschaft, gaben diese jedoch im späten 14. Jahrhundert auf. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurden sowohl die Burg als auch die Kirche zerstört und nie wieder vollständig aufgebaut.

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