Marienkapelle in Groß Schretstaken - Ev.-Luth. Kirchengemeinde Breitenfelde
Highlights
- Die Marienkapelle in Groß Schretstaken wurde 1837 nach Plänen des Lübecker Baumeisters Spetzler als klassizistischer Bau errichtet.
- 1903 erhielt die Kapelle einen neugotischen Glockenturm; der Innenraum wurde 2012 im Rahmen des 175-jährigen Jubiläums neu gestaltet.
- Die Kapelle gehört zur Ev.-Luth. Kirchengemeinde Breitenfelde und verfügt über einen rollstuhlgerechten Parkplatz.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Besuch der Marienkapelle mit angepassten Wegeführungen und einem ebenerdigen Eingang.
- Die historischen Fenster aus dem 13. Jahrhundert bieten einen Einblick in die mittelalterliche Glasmalerei und sind Teil der ältesten erhaltenen Kirchenfenster nördlich der Elbe.
- Die restaurierte Kuppa der Taufe aus dem 14. Jahrhundert zeigt gotländischen Kalkstein und wurde nach ihrer Wiederentdeckung als Viehtränke mit einem modernen Fuß ergänzt.
Eigenschaften
Marienkapelle Groß Schretstaken – Sakrale Kultur im Ausflugsziel
Die Marienkapelle in Groß Schretstaken gehört zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Breitenfelde und ist ein historisches Juwel im Herzen des Ortes. Die Kirchengemeinde Breitenfelde wird erstmals 1194 urkundlich erwähnt und zählt damit zu den ältesten im heutigen Kreis Herzogtum Lauenburg. Die Kapelle selbst entstand 1837 nach Plänen des Lübecker Baumeisters Spetzler und prägt bis heute das Ortsbild von Groß Schretstaken – einem Teil der historischen Vogtei Mölln, die 1359 von den Lauenburger Herzögen an die Stadt Lübeck verkauft wurde.
Der ursprüngliche klassizistische Innenraum der Kapelle wurde 2012 im Rahmen des 175-jährigen Jubiläums einer modernen Neugestaltung unterzogen. Trotz ihrer relativ jungen Baugeschichte verbindet die Marienkapelle Elemente der regionalen Kirchenarchitektur mit einer besinnlichen Atmosphäre. Besonders bemerkenswert ist der neugotische Glockenturm, der 1903 hinzugefügt wurde und der Kapelle eine markante Silhouette verleiht.
Die Marienkapelle steht in engem Zusammenhang mit der Geschichte des Ortes und der umliegenden Region. Während die Kirchengemeinde Breitenfelde bereits im Mittelalter als Kirchspiel belegt ist, entwickelte sich Groß Schretstaken erst im 19. Jahrhundert als eigenständiger Ortsteil. Die Kapelle selbst war lange Zeit im Besitz des Lübecker Rates, der das Patronat über das Gotteshaus übernahm. Heute dient sie als Ort der Andacht und des Gemeindelebens – ein stiller Rückzugsort inmitten der ländlichen Idylle zwischen Mölln und Niendorf.
Für Besucher bietet die Marienkapelle nicht nur einen Einblick in die regionale Kirchengeschichte, sondern auch eine ruhige Oase zum Verweilen. Der rollstuhlgerechte Parkplatz vor Ort zeigt zudem die Anpassung an moderne Bedürfnisse. Die Kapelle ist ein Beispiel dafür, wie historische Bauwerke und lebendige Traditionen im heutigen Gemeindeleben vereint werden – ein Ort, der sowohl Gläubige als auch Kulturinteressierte anspricht.
Wer sich für die sakrale Baukunst des 19. Jahrhunderts oder die Entwicklungsgeschichte der evangelischen Kirchen im Herzogtum Lauenburg interessiert, findet in der Marienkapelle ein faszinierendes Beispiel für den Wandel von Sakralbauten über die Jahrhunderte. Die Kapelle steht als stummer Zeuge für die Verbindung von regionaler Geschichte und christlichem Glauben – ein Ort, der zum Verweilen und Nachdenken einlädt.