KZ-Gedenkstätte "Unter den Eichen"
Highlights
- Im Lager trugen Überlebende Uniformen der Gestapo; das Stadtarchiv Wiesbaden bietet seit 1991 geführte Rundgänge (1–1,5 Std.) für Schüler ab Klasse 9 an.
- Die 2026 neu eröffnete Dauerausstellung zeigt in Deutsch und Englisch Schicksale von Häftlingen – barrierefrei nicht zugänglich, aber von der Straße sichtbar.
Tipps
- Die Gedenkstätte bietet eine Dauerausstellung in deutscher und englischer Sprache, die historische Zusammenhänge und individuelle Schicksale der Häftlinge im Außenlager aufzeigt.
- Ein barrierefreier Zugang zur Gedenkstätte ist aufgrund der historischen Bausubstanz nicht vollständig gewährleistet, sodass bestimmte Bereiche eingeschränkt zugänglich bleiben.
Eigenschaften
Kulturdenkmal KZ-Gedenkstätte Wiesbaden: Unter den Eichen
Die KZ-Gedenkstätte „Unter den Eichen“ in Wiesbaden ist ein bedeutender Ort der Erinnerung an die NS-Zeit und ein zentrales historisches Denkmal in der hessischen Landeshauptstadt. Als Außenlager des nationalsozialistischen Konzentrationslagersystems entstand der Ort während der verstärkten alliierten Luftangriffe auf Deutschland ab 1942. Das Lager bestand aus fünf einfachen Holzbaracken, umgeben von einem Stacheldrahtzaun, und diente der Zwangsarbeit für Häftlinge. Besonders eng verbunden waren die hier inhaftierten Menschen mit Luxemburg – viele von ihnen stammten aus diesem Land.
Die Gedenkstätte wurde 1991 eröffnet und ist seit 2026 mit einer überarbeiteten Dauerausstellung wiedereröffnet worden. Diese präsentiert die Geschichte des Lagers nun auch von der Straße aus sichtbar, um die historische Bedeutung des Ortes stärker in den öffentlichen Raum zu stellen. Die Ausstellung erzählt von den Häftlingen, ihren Lebensumständen und dem systematischen Unrecht des NS-Regimes. Sie ist in deutscher und englischer Sprache zugänglich und richtet sich besonders an Schüler:innen ab der 9. Klasse, für die spezielle Führungen angeboten werden.
Die Gedenkstätte wird vom Stadtarchiv Wiesbaden verwaltet und bietet geführte Rundgänge nach Vereinbarung an. Diese dauern etwa eine Stunde bis eineinhalb Stunden und ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Ort. Das Stadtarchiv stellt zudem pädagogische Materialien für Lehrkräfte bereit, um den Besuch im Vorfeld oder Nachgang zu begleiten. Die bauliche Situation des historischen Geländes erschwert jedoch eine barrierefreie Zugänglichkeit der Ausstellung.
Der Kontrast zwischen der heutigen urbanen Umgebung und der düsteren Geschichte des Lagers prägt den Ort bis heute. Nur wenige Meter entfernt liegt das Künstlerviertel, ein lebendiger Teil Wiesbadens, der die Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart besonders deutlich macht. Die Gedenkstätte liegt zentral im ÖPNV erreichbar: Die Haltestellen Kleinfeldchen/Stadtarchiv (Buslinien 4, 17, 23, 24, 27) und Künstlerviertel/Stadtarchiv (Buslinie 18) bieten eine gute Anbindung.
Die Gedenkstätte „Unter den Eichen“ ist nicht nur ein Ort der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch ein Mahnmal für die Verantwortung, die jede Generation trägt. Sie lädt zum Nachdenken über die Mechanismen von Unterdrückung, Widerstand und Menschlichkeit ein – und zeigt, wie Geschichte mitten in einer modernen Großstadt präsent sein kann.