Denkmal/Gedenkstätte

Militärdenkmal

Sandstraße 20, 27412 Westertimke

Highlights

  • Marlag und Milag Nord war ein deutsches Kriegsgefangenenlager in Westertimke, Niedersachsen.
  • Es beherbergte britische und kanadische Marineangehörige sowie US-amerikanische Händlerseefahrer.
  • Das Lager bestand von 1942 bis 1945 und umfasste getrennte Bereiche für Offiziere und Mannschaften.

Tipps

  • Das Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Marlag und Milag Nord in Westertimke ist heute stark verändert und nur noch in Teilen sichtbar.
  • Interessierte können sich vor Ort über die Geschichte des Lagers und das Schicksal der dort inhaftierten Kriegsgefangenen informieren.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders für Menschen, die sich für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und die Bedingungen in deutschen Kriegsgefangenenlagern interessieren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Militärdenkmal

Das Militärdenkmal in Westertimke erinnert an die Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Marlag und Milag Nord, das während des Zweiten Weltkriegs nordwestlich von Bremen im Landkreis Rotenburg (Wümme) betrieben wurde. Die Anlage lag unweit des Dorfes Westertimke und diente als Sammelort für Kriegsgefangene der britischen und kanadischen Marine sowie der Handelsmarine der Alliierten. Auch US-amerikanische Seefahrer befanden sich zeitweise in diesem Komplex. Ursprünglich wurde der Standort als kleiner Luftwaffe-Übungsplatz ausgewählt, bevor er ab 1941 zur Unterbringung von Kriegsgefangenen umgebaut wurde.

Die Lageranlage bestand aus mehreren Gebäuden und Baracken, die in zwei Hauptlager unterteilt waren: Marlag für Angehörige der Royal Navy und Milag für die Merchant Navy. Jedes Lager hatte separate Unterkünfte für Offiziere und Mannschaften. Insgesamt bot das Gelände Platz für über 5.000 Gefangene. Neben den Unterkünften gab es auch Verwaltungsgebäude, eine Poststelle, eine Krankenstation sowie eine gemeinsame Duschanlage. Die Gefangenen organisierten kulturelle und sportliche Aktivitäten, darunter Theateraufführungen, Bibliotheken, Sportplätze und sogar ein internes Pferderennspiel, das vom sogenannten „Milag Jockey Club“ geleitet wurde.

Die Bewachung des Lagers erfolgte zunächst durch Marinekräfte, später durch Heeresangehörige. Die Internierten verfügten über gewisse Freiheiten, darunter das Recht, Briefe und Postkarten zu schreiben, wobei sämtliche Korrespondenz von der deutschen Seite zensiert wurde. Die Bedingungen im Lager entsprachen weitgehend den Bestimmungen für Kriegsgefangene, obwohl die meisten Insassen als Zivilpersonen galten. Ein besonderer Teil des Geländes war das sogenannte Dulag Nord, ein Durchgangslager, in dem neu eingetroffene Kriegsgefangene registriert und vor der Verteilung auf andere Lager untergebracht wurden.

Das Militärdenkmal steht heute als Zeugnis dieser Zeit und erinnert an die Schicksale vieler Männer, die hier während des Krieges festgehalten wurden. Es dokumentiert einen wichtigen Abschnitt der Kriegsgeschichte im Nordwesten Niedersachsens. Besucher erhalten durch die Gedenkstätte Einblicke in das Leben der Kriegsgefangenen und die Bedingungen, unter denen sie während ihrer Internierung lebten. Die Erinnerung an diese Ereignisse bleibt bis heute von großer historischer Bedeutung.

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