Stolperstein für Max Bacharach
Highlights
- Max Bacharach (1862–1945) gründete mit ‚Bacharach & Waitzfelder‘ eine erfolgreiche Ledergroßhandlung in Augsburg, deren Vermögen bis 1937 umgelagert wurde.
- Der jüdische Unternehmer zog 1862 aus Fellheim nach Augsburg; sein Stammbaum reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als erste jüdische Familien wie ‚Feibel‘ dort nachweisbar sind.
- Nach der NS-Zeit wurden seine Besitzungen enteignet; sein Schicksal wie das vieler jüdischer Familien ist im Stadtarchiv Wiesbaden dokumentiert.
Tipps
- Der Stolperstein erinnert an Max Bacharach, dessen Vermögen auf dem Familienunternehmen ‚Bacharach & Waitzfelder‘ beruhte, das bereits mehrere Generationen in Augsburg existierte.
- Die Familie Bacharach stammte ursprünglich aus Fellheim bei Memmingen und zog 1862 in die Handelsmetropole Augsburg, wo sie sich als Unternehmer etablierte.
- Die historischen Unterlagen im Stadtarchiv bieten Einblicke in die wirtschaftliche Tätigkeit der Familie und deren Vertrauensbeziehungen bis in die 1930er Jahre.
Eigenschaften
Kultur-Denkmal Stolperstein Max Bacharach Wiesbaden
Der Stolperstein für Max Bacharach in Wiesbaden erinnert an ein bedeutendes Kapitel der jüdischen Wirtschaftsgeschichte der Region. Max Bacharach war Teil einer einflussreichen Kaufmannsfamilie, deren Reichtum vor allem auf die Firma *„Bacharach & Waitzfelder“* zurückging – ein Unternehmen, das vermutlich bereits in den Vorfahrengenerationen in Augsburg gegründet worden war. Seine Eltern stammten ursprünglich aus Fellheim bei Memmingen und zogen 1862 in die süddeutsche Handelsmetropole, wo sie sich als Unternehmer etablierten. Bereits 1871 war Max’ Vater als Eigentümer einer Ledergroßhandlung im Handelsregister des Königreichs Bayern eingetragen, ein Beleg für den frühen wirtschaftlichen Aufstieg der Familie.
Die wirtschaftliche Blütezeit der Familie Bacharach war eng mit der Dynamik des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbunden. Durch geschickte Partnerschaften und eine langjährige Vertrauensbasis in der Geschäftswelt konnte das Vermögen der Familie kontinuierlich ausgebaut werden. Doch wie viele jüdische Unternehmer in Deutschland wurde auch Max Bacharach ab den 1930er-Jahren zunehmend von den nationalsozialistischen Verfolgungsmaßnahmen betroffen. Die systematische Entrechtung und Entreigenschaft zwang viele Familien wie die Bacharachs zur Emigration oder in die innere Auswanderung – ein Schicksal, das schließlich in der systematischen Deportation und Ermordung im Holocaust kulminierte.
Der Stolperstein selbst ist Teil des Projekts des Künstlers Gunter Demnig, das seit den 1990er-Jahren an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Er liegt in Wiesbaden und markiert den letzten frei gewählten Wohnort von Max Bacharach vor seiner Deportation. Die Inschrift auf dem Stein würdigt sein Leben und wirft gleichzeitig einen Blick auf das Schicksal unzähliger jüdischer Bürger, die durch die NS-Diktatur enteignet, vertrieben und schließlich ermordet wurden. Der Stein dient als Mahnmal und mahnt zur Erinnerung an die Verantwortung, die jeder Einzelne trägt, um solche Verbrechen nie wieder zu wiederholen.
Wiesbaden war im 19. Jahrhundert ein Zentrum jüdischen Lebens und Wirtschaftslebens, geprägt von einer vielfältigen Gemeinschaft, die sich über Generationen in Handel, Handwerk und Kultur engagierte. Die Geschichte der Familie Bacharach spiegelt diese Epoche wider – ein Aufstieg, der mit der systematischen Ausgrenzung und Vernichtung ein abruptes Ende fand. Der Stolperstein erinnert nicht nur an Max Bacharach, sondern an ein ganzes Netzwerk von Schicksalen, das durch die NS-Zeit zerrissen wurde. Er lädt dazu ein, sich mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen und die Spuren der Verfolgung im urbanen Raum zu entdecken.
Für Geschichtsinteressierte bietet der Stolperstein einen Zugang zu den Archiven und Dokumenten, die das Schicksal der Familie Bacharach rekonstruieren. Im Stadtarchiv und im Arolsen-Archiv liegen Kopien von Karteikarten und Entschädigungsunterlagen, die Einblicke in die wirtschaftliche und persönliche Biografie der Familie geben. Diese Quellen ermöglichen es, die Kontinuitäten und Brüche der jüdischen Geschichte in Wiesbaden nachzuvollziehen – von der Integration im 19. Jahrhundert bis zur Vernichtung im 20. Jahrhundert. Der Stolperstein wird so zu einem Symbol für die Notwendigkeit, solche Geschichten nicht zu vergessen.