Denkmal/Gedenkstätte

Stolperstein für Sigmund Dreyfuss

Humboldtstraße 9, 65189 Wiesbaden

Highlights

  • 2010 verlegt in Wiesbaden: Stolperstein für Sigmund Dreyfuss, Opfer des Nationalsozialismus.
  • Gunter Demnigs Kunstprojekt erinnert an verfolgte Juden – hier: Sigmund Dreyfuss aus Wiesbaden.

Tipps

  • Der Stolperstein für Sigmund Dreyfuss erinnert an ein Opfer des Nationalsozialismus und gehört zu einem bundesweiten Projekt, das individuelle Schicksale sichtbar macht.
  • Die Datenbank der Initiative ermöglicht es, weitere Informationen zu den geehrten Personen und ihren Lebenswegen nachzulesen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Stolperstein Sigmund Dreyfuss Wiesbaden Kultur-Denkmal

Der Stolperstein für Sigmund Dreyfuss in Wiesbaden ist Teil des weltweiten Projekts „Stolpersteine“, das vom Künstler Gunter Demnig initiiert wurde. Diese kleinen, in den Gehweg eingelassen Metallplatten erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus – insbesondere an Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas sowie Opfer der Euthanasie. Jeder Stein trägt den Namen, das Geburtsdatum und das Schicksal der betroffenen Person, um so das individuelle Leid und die systematische Entrechtung während der NS-Zeit sichtbar zu machen.

Sigmund Dreyfuss gehört zu den vielen Menschen, deren Leben durch die nationalsozialistische Diktatur zerstört wurde. Die Stolpersteine in Wiesbaden dienen als stille Mahnmale, die an die Vertreibung, Deportation und Ermordung von Betroffenen erinnern. Das Projekt fördert durch seine dezentrale Platzierung im öffentlichen Raum eine persönliche Auseinandersetzung mit der Geschichte – direkt vor den ehemaligen Wohnorten der Opfer. Die Initiative wird von lokalen Gruppen wie der Stolpersteininitiative Frankfurt am Main unterstützt, die sich für die Aufarbeitung und Dokumentation der Schicksale einsetzt.

Die Verlegung der Stolpersteine in Wiesbaden ist Teil eines größeren Netzwerks, das sich über Deutschland hinaus erstreckt. Seit den ersten Verlegungen in den 1990er-Jahren haben sich ähnliche Initiativen in Nachbarregionen wie Hessen etabliert. Durch die Zusammenarbeit mit Historikern, Archivaren und Angehörigen wird das Wissen über die Opfer bewahrt und für zukünftige Generationen zugänglich gemacht. Der Stein für Sigmund Dreyfuss steht damit nicht nur als Symbol für ein individuelles Schicksal, sondern auch als Mahnung gegen Vergessen und für die Bedeutung von Erinnerungskultur.

Besucher können an den Stolpersteinen die Namen der Verfolgten nachlesen und sich mit ihrer Biografie auseinandersetzen. Das Projekt verbindet Kunst, Geschichte und Zivilcourage, indem es die Opfer aus dem kollektiven Gedächtnis holt und ihnen eine würdige Erinnerung schenkt. Wiesbaden trägt damit aktiv dazu bei, die Spuren der NS-Vergangenheit sichtbar zu halten und die Verantwortung für die Aufarbeitung zu übernehmen.

Wer sich für die Hintergründe der Stolpersteine interessiert, findet in lokalen Archiven wie dem Goethe-Universitätsarchiv Frankfurt am Main weitere Informationen zu den Schicksalen der Betroffenen. Die Initiative arbeitet kontinuierlich daran, die Datenbank der verlegten Steine zu erweitern und so ein umfassendes Gedächtnis der Verfolgten zu schaffen. Der Stolperstein für Sigmund Dreyfuss bleibt damit ein wichtiger Teil dieses lebendigen Erinnerungsprojekts.

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