Villa Söhnlein-Pabst
Eigenschaften
Über Villa Söhnlein-Pabst
Die Villa Söhnlein-Pabst ist eine bedeutende historische Sehenswürdigkeit in Wiesbaden, die durch ihre architektonische Eleganz und ihre besondere Geschichte besticht. Errichtet Anfang des 20. Jahrhunderts, entstand das Gebäude auf Veranlassung des Sektfabrikanten Friedrich Wilhelm Söhnlein, der seiner aus Amerika stammenden Ehefrau Emma Pabst ein Stück Heimat nahebringen wollte. Daher wurde die Villa bewusst nach dem Vorbild des Weißen Hauses in Washington entworfen, was ihr bis heute ihren Spitznamen „Weißes Haus“ einbringt.
Die Planung und Realisierung erfolgte durch das Architekturbüro Pfleghard und Haefeli aus Zürich und fügte sich harmonisch in die damalige städtebauliche Entwicklung am Warmen Damm ein. Aufgrund ihres markanten Aussehens und ihrer kulturellen Symbolik wurde die Villa später auch von amerikanischen Militärbehörden genutzt. Zwischen 1945 und 1990 diente sie verschiedenen militärischen Zwecken, zuletzt als Hauptquartier des Standortes. Danach ging das Gebäude in den Besitz des Landes Hessen über.
In den späten 1990er Jahren wurde erwogen, die Villa als neue Hessische Staatskanzlei zu nutzen, was jedoch zugunsten eines anderen Standortes am Kochbrunnenplatz verworfen wurde. Stattdessen gab es Überlegungen, das Gebäude als kulturellen oder gastronomischen Hotspot zu etablieren. Kurzzeitig wurde es in den frühen 2000er Jahren als Café genutzt, ehe es zunehmend privatisiert wurde. Seit 2005 ist die Villa im Privatbesitz einer Bauunternehmerfamilie, die umfangreiche Sanierungsarbeiten durchführte.
Heute bewohnt die Familie Müller die oberen Etagen, während das Erdgeschoss gelegentlich für Veranstaltungen geöffnet wird. Die Architektur der Villa erinnert nach wie vor durch ihre klassizistischen Elemente an das berühmte Vorbild in den USA und zieht Besucher mit Sinn für historische Baukunst und kulturelle Eigenheiten an. Die Villa Söhnlein-Pabst steht somit exemplarisch für die Verbindung von deutscher Baugeschichte und internationaler kultureller Einflussnahme im Herzogtum Nassau und späteren Hessen.