Kath. Pfarramt
Highlights
- Das katholische Pfarramt in Wiesensteig entstand 1707 durch Spenden der Bevölkerung und ersetzt einen älteren romanischen Vorgängerbau.
- Die gotische Stiftskirche (1466) wurde von Graf Johann von Werdenberg erbaut und später barock umgestaltet – heute ein einzigartiges Stilensemble.
- Rollstuhlgerechter Parkplatz und barocke Kunstschätze wie der Kruzifixus von Johann Georg Müller prägten die Kirche seit dem 17./18. Jahrhundert.
Tipps
- Ein rollstuhlgerechter Parkplatz ermöglicht den barrierefreien Zugang zum Pfarramt und den umliegenden Gebäuden.
- Die historische Stiftskirche aus dem 15. Jahrhundert zeigt gotische und barocke Bauelemente, die sich in Architektur und Ausstattung widerspiegeln.
- Der Kreuzweg auf dem Sommerberg besteht aus farbigen Reliefarbeiten und wurde zuletzt 1974 durch eine Künstlerin aus Ulm gestaltet und instand gesetzt.
Eigenschaften
Katholische Kirche Wiesensteig – Sakrale Kultur erleben
Das Katholische Pfarramt in Wiesensteig ist ein historisch bedeutsames Gebäude, das tief in der Kultur und Geschichte der Region verwurzelt ist. Der Ursprung des Ortes geht auf eine kleine romanische Kirche zurück, die bald zu klein für die wachsende Gemeinde wurde. Im Jahr 1466 ließ Graf Johann von Werdenberg, ein Propst des Stiftes, eine neue Kirche im gotischen Stil errichten – ein Meilenstein, der bis heute prägt.
Ein besonderes Juwel der Kirche ist der Kruzifixus, der zwei stilistische Epochen verbindet: den barocken Chorraum und das klassizistische Kirchenschiff. Das Werk stammt von einem Künstler, der 1704 in Wiesensteig geboren wurde und zu den großen Meistern süddeutscher Barockkunst zählt. Der Chorraum selbst besticht durch eine reich verzierte Decke und ein Gemälde von Melchior Paulus, das die barocke Ästhetik unterstreicht. Über sechs mächtigen Säulen thront eine Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit, während das Wappen von Probst Johann von Werdenberg an die gotische Gründung erinnert.
Neben der Kirche befindet sich die Kapelle auf dem Sommerberg, die ursprünglich als gotische Kapelle entstand und später barocke Elemente integrierte. Eine Tafel an der Kreuzigungsgruppe erinnert daran, dass 1626 eine Gräfin von Helfenstein ein Kreuz stiftete. Im 18. Jahrhundert wurde die Kapelle erweitert, und 1825 entstand unter der Leitung von Ignaz Mayr und Clemens Messerschmid eine schlichte, aber würdige Kapelle mit Glockenturm. Ein Fußweg mit Kreuzwegstationen, 1974 neu gestaltet, führt hinauf und verbindet die Kapelle mit der Umgebung.
Ein weiteres Wahrzeichen der Region ist die „Margaretha“, eine Statue, die als Symbol der Albgemeinde gilt. Nach umfangreichen Renovierungen seit der Weihe 1748 strahlt sie heute in neuem Glanz. Die Pflege und Erhaltung dieser historischen Stätten – von der gotischen Kirche bis zur barocken Kapelle – zeigen das Engagement der Gemeinde, das kulturelle Erbe lebendig zu halten.
Das Pfarramt selbst, 1707 durch Spenden der Bevölkerung errichtet, steht als Zeugnis des Glaubens und der Gemeinschaft. Es spiegelt die langjährige Verbindung von sakraler Architektur und regionaler Identität wider – ein Ort, der Besucher bis heute fasziniert und zur Besinnung einlädt.