Kirche/Kloster

Stiftskirche St. Cyriakus

Kirchplatz 1, 73349 Wiesensteig

Tipps

  • Besonders sehenswert sind das Deckengemälde im Schiff von Johann Joseph Anton Huber und der Hochaltar von Melchior Paulus im Chor.
  • Die Kirche verfügt über eine umfangreiche Renovierung in den 2020er Jahren, weshalb Dach, Chorbereich und Fassade in neuem Glanz erstrahlen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultureller Ausflug zur Stiftskirche St. Cyriakus in Wiesensteig

Die Stiftskirche St. Cyriakus in Wiesensteig zählt zu den bedeutendsten sakralen Baudenkmälern Baden-Württembergs und ist ein eindrucksvolles Zeugnis der regionalen Kirchengeschichte. Ursprünglich als Klosterkirche des Benediktinerklosters Wiesensteig im 9. Jahrhundert errichtet, wurde sie später zum Kollegiatstift umgewandelt und blieb bis zur Säkularisierung im Jahr 1803 eine zentrale geistliche Einrichtung. Heute dient sie als römisch-katholische Pfarrkirche und steht unter dem Schutz des Heiligen Cyriakus, des Märtyrers Christi, dem sie auch ihren Namen verdankt.

Die Architektur der Kirche spiegelt verschiedene Epochen wider: Reste der ursprünglichen romanischen Krypta zeugen von der frühesten Bauphase, während die gotischen Westtürme und die Außenmauern den späteren Ausbau im Spätmittelalter dokumentieren. Der Chor wurde im frühen 18. Jahrhundert neu errichtet, das Kirchenschiff einige Jahrzehnte später umgebaut. In den 2020er Jahren wurde die Stiftskirche umfassend saniert, wobei Dach, Chorbereich und Fassade restauriert wurden. Der Innenraum besticht durch seine frühklassizistische Ausgestaltung in Weiß und Gold, geprägt von korinthischen Pilastern, Rundbogenfenstern und einer flachen Decke mit dekorativen Gliederungen. Die barocke Stichkappentonne im Chor bildet einen kontrastreichen Höhepunkt der Innenausstattung.

Die kunstvolle Ausstattung der Kirche umfasst Werke namhafter Künstler der Region. Das Deckengemälde im Schiff mit der Darstellung der Hinrichtung des Heiligen Cyriakus stammt von Johann Joseph Anton Huber und entstand etwa um 1778. Im Chor dominiert das Fresko der Maria Immaculata von Melchior Paulus, der auch den prachtvollen Hochaltar schuf. Dieser thront auf einem hohen Sockel, flankiert von korinthischen Säulen, und zeigt im Zentrum das flammende Herz Jesu sowie die Heilige Dreifaltigkeit. Besonders sehenswert sind zudem die Statuen der Evangelisten und Kirchenväter, die spätgotische Dotzburger Muttergottes von Jörg Syrlin, sowie Arbeiten des Wiesensteiger Bildhauers Johann Baptist Straub, darunter das Kruzifix im Chorbogen und der Heilige Nepomuk im Josefsaltar.

Die Stiftskirche St. Cyriakus ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein kulturelles Juwel, das mit seiner reichhaltigen Ausstattung und seiner vielschichtigen Baugeschichte Besucher aus nah und fern anzieht. Die Kirche verfügt über eine kunstvolle Orgel aus dem 19. Jahrhundert, die mehrfach umgebaut und restauriert wurde, sowie über ein kunstreich geschnitztes Chorgestühl aus dem 17. Jahrhundert. Die Atmosphäre des Innenraums, geprägt von Licht, Raum und kunstvoller Gestaltung, lädt zur Besinnung und zum kulturellen Erlebnis ein.

Heute gehört die Kirche zur Seelsorgeeinheit Oberes Filstal und ist für ihre offene Gemeindigkeit bekannt. Mit einer Kirchengemeinde von rund 750 Mitgliedern bietet sie nicht nur Raum für Gottesdienste, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen. Die Stiftskirche St. Cyriakus steht damit exemplarisch für die lebendige Verbindung von Geschichte, Kunst und Spiritualität im südwestdeutschen Raum.

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