Pestruper Gräberfeld und Rosengarten
Highlights
- Das Pestruper Gräberfeld ist die größte bronze- und eisenzeitliche Nekropole des nördlichen Mitteleuropas.
- Es umfasst über 530 Grabhügel und liegt im Naturschutzgebiet Pestruper Gräberfeld und Rosengarten.
- Die Hügel stammen aus der Zeit 900 bis 200 v. Chr. und enthalten Urnenbestattungen aus verbrannten Leichnamen.
Tipps
- Das Pestruper Gräberfeld liegt etwa 2,5 km südsüdöstlich von Wildeshausen und ist über gut ausgebauten Wegen zu erkunden.
- Ein großer Parkplatz befindet sich direkt gegenüber dem Gelände, der Besuch ist das ganze Jahr über möglich.
- Landschaftlich besonders reizvoll ist die Heide, die je nach Jahreszeit farbenfroh blüht und den Ort in ein besonderes Licht rückt.
Eigenschaften
Über Pestruper Gräberfeld und Rosengarten
Das Pestruper Gräberfeld und Rosengarten liegt im Landkreis Oldenburg im Bundesland Niedersachsen und zählt zu den bedeutendsten archäologischen und landschaftlich reizvollen Orten der Region. Etwa 2,5 Kilometer südsüdöstlich des Ortskerns von Wildeshausen gelegen, erstreckt sich das Gelände auf einer geschützten Heidefläche innerhalb des Naturparks Wildeshauser Geest. Die etwa 30 Hektar große Fläche ist sowohl als Naturschutzgebiet als auch als Denkmalgeschützte Fläche ausgewiesen und beherbergt mit über 530 Grabhügeln die größte bronze- und eisenzeitliche Nekropole des nördlichen Mitteleuropas.
Die Grabhügel stammen aus der Zeit zwischen der späten Bronzezeit und der Eisenzeit. In ihnen wurden die Überreste verbrannter Leichen in Urnen beigesetzt. Während die meisten Hügel einen Durchmesser von sechs bis zwölf Metern aufweisen, gibt es im Norden des Geländes auch größere, sogenannte Königshügel. Diese zeichnen sich durch ihre tellerartige Form und eine Höhe von etwa 1,20 Metern aus. Archäologische Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass es sich bei einigen dieser Strukturen eher um rituelle Verbrennungsplätze handelt. Im Zentrum des Gräberfelds befinden sich zudem längliche Wallgräber, die Hinweise auf komplexere Bestattungsriten liefern. Funde wie eiserne Nadeln, Gürtelhaken, Schnallen sowie Tongefäße verdeutlichen den kulturellen Reichtum der damaligen Bevölkerung.
Das Gelände ist überwiegend von Heidelandschaften geprägt, die je nach Jahreszeit ein unterschiedliches Erscheinungsbild bieten. Besonders zur Blütezeit der Heide erweckt der Ort einen besonders eindrucksvollen Anblick. Gut ausgebaute Wege ermöglichen einen barrierearmen Zugang zu den verschiedenen Grabanlagen und machen das Areal zu einem lohnenswerten Wanderziel. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Pestruper Moor im Osten sowie die Nähe zur Hunte im Westen unterstreichen die landschaftliche Vielfalt des Ortes. Auch die Einbindung in die Straße der Megalithkultur hebt die regionale Bedeutung des Geländes hervor.
Das Pestruper Gräberfeld wurde bereits im 19. Jahrhundert archäologisch untersucht. Seit den 1930er Jahren fanden mehrere größere Grabungen statt, darunter unter der Leitung von Johannes Pätzold in den späten 1950er Jahren. 1992 wurde das Gebiet zum unbefristeten Grabungsschutzgebiet erklärt, um die Forschung und Erhaltung der archäologischen Substanz langfristig zu sichern. Die Kombination aus historischem Wert, archäologischem Interesse und naturnaher Schönheit macht den Ort zu einem bemerkenswerten Ausflugsziel in der Wildeshauser Geest.