St. Jakob
Highlights
- Die Pfarrkirche St. Jakob in Wildsteig ist eine spätgotische Saalkirche mit barocken Umbauten aus dem 18. Jahrhundert.
- Sie ist unter anderem durch den Hochaltar von Johann Sebastian Degler und Fresken von Franz Seraph Zwinck bekannt.
- Die Kirche zählt seit 1923 eine Orgel von Willibald Siemann und ist als Baudenkmal registriert.
Tipps
- Barockkirche mit Deckengemälden und Pilgerstempelstelle besuchen.
- Stempel für Jakobsweg direkt in der Kirche erhalten.
- Grotte aktuell nicht zugänglich, Sanierung beachten.
Eigenschaften
Über St. Jakob
Die Pfarrkirche St. Jakob in Wildsteig im Landkreis Weilheim-Schongau ist eine romanisch-katholische Sakralstätte von architektonischem und kulturhistorischem Wert. Sie gehört zum Dekanat Werdenfels-Rottenbuch des Erzbistums München und Freising und ist sowohl in der Liste der Baudenkmäler in Wildsteig als auch in der Bayerischen Denkmalliste unter der Nummer D-1-90-160-3 verzeichnet. Ursprünglich der Heiligen Margaretha geweiht, wurde sie im Laufe der Zeit dem Apostel Jakobus dem Älteren gewidmet, ohne dass der genaue Zeitpunkt des Wechsels bekannt ist.
Der Kirchenbau zeigt eine Mischung aus spätgotischen Grundformen und barocker Ausgestaltung, wobei die barocke Umgestaltung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgte. Das Langhaus wurde Anfang des 18. Jahrhunderts neu errichtet und später umgestaltet. Der dreiseitig geschlossene Chor im Osten sowie die Sakristei an der Nordwand des Chors gehören zu den charakteristischen Elementen des Bauwerks. Im Westen erhebt sich ein Kirchturm mit Zwiebelhaube, dessen oberstes Geschoss die Turmuhr und einen Glockenstuhl mit vier Glocken beherbergt.
Das Innere der Kirche besticht durch seine kunstvolle barocke Stuckdecke und die Fresken des Langhauses, die dem Maler Franz Seraph Zwinck zugeschrieben werden. Der Chorstuck wird Tassilo Zöpf zugeordnet. Der Hochaltar, um 1712 vom Bildhauer Johann Sebastian Degler gefertigt, zeigt eine Darstellung des hl. Jakobus und wird von Skulpturen flankiert, die vom Meister von Blutenburg stammen. Die Seitenaltäre sind unverfälschte Werke des Klassizismus, die schlichte Formensprache der Kanzel datiert vermutlich ins frühe 19. Jahrhundert. Ein neugotischer Taufstein wird von einer Johannes dem Täufers zugeschriebenen Plastik gekrönt.
Die Kirche beherbergt zudem eine Orgel, die 1923 vom Orgelbauer Willibald Siemann erbaut wurde und bis heute erhalten ist. Ihre klangliche und bautechnische Substanz unterstreicht die Bedeutung der Kirche als musikalischer Ort innerhalb der Region. Die Patroziniumsfeier wird traditionell am 25. Juli, dem Festtag des hl. Jakobus, begangen. Die Kirche gilt als typisch bayerische Wallfahrtsstätte und zieht sowohl Gläubige als auch Interessierte mit ihrer barocken Ausstrahlung und den kunstvollen Deckengemälden an.