Denkmal/Gedenkstätte

Gedenkstätte "Lager Schwarzer Weg"

Mühlenweg 4, 26384 Wilhelmshaven

Highlights

  • Das Lager Schwarzer Weg in Wilhelmshaven diente von 1941 bis 1944 als Kriegsgefangenenlager für Sowjetkriegsgefangene.
  • Von 1944 bis 1945 wurde es zur Unterbringung niederländischer Polizeihäftlinge als Zwangsarbeiter genutzt.
  • Etwa 197 sowjetische Kriegsgefangene starben im Arbeitskommando Wilhelmshaven und wurden in städtischen Friedhöfen begraben.

Tipps

  • Besucher sollten sich über die historischen Hintergründe des Lagers informieren, um den Besuch sinnvoll zu gestalten.
  • Ein Besuch der nahegelegenen Friedhöfe mit sowjetischen Kriegsgräbern ergänzt den Gedenkstättenbesuch.
  • Regelmäßige Exkursionen oder Veranstaltungen der Freundesgruppe können zusätzliche Einblicke bieten.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Gedenkstätte "Lager Schwarzer Weg"

Die Gedenkstätte „Lager Schwarzer Weg“ in Wilhelmshaven erinnert an ein dunkles Kapitel der Geschichte während des Zweiten Weltkriegs. Ursprünglich wurde das Gelände ab Sommer 1941 als Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht genutzt, in dem vor allem sowjetische Kriegsgefangene unter unmenschlichen Bedingungen zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Später, ab Ende 1944, diente es als Straflager der Gestapo für niederländische Polizeihäftlinge, die aufgrund ihres Widerstands gegen die deutsche Besatzungsmacht deportiert worden waren. Insgesamt verbrachten hier etwa tausend Niederländerinnen und Niederländer einige Monate, ehe das Lager im Mai 1945 aufgelöst wurde.

Die Bedingungen im Lager waren geprägt von körperlicher und seelischer Gewalt, mangelnder Ernährung sowie fehlender medizinischer Versorgung. Viele sowjetische Kriegsgefangene starben bereits in den ersten Monaten des Jahres 1942 infolge von Hunger, Kälte und Krankheiten. Zahlreiche von ihnen fanden ihr Grab auf den städtischen Friedhöfen von Wilhelmshaven, insbesondere auf dem Ehrenfriedhof und dem Friedhof Aldenburg. Auf dem Erinnerungsort selbst finden sich heute Gedenktafeln, die an das Schicksal der Gefangenen erinnern. Während auf dem Ehrenfriedhof zumindest kleine Hinweistafeln existieren, mangelt es auf dem Friedhof Aldenburg bis heute an jeglichem Vermerk zu den dort begrabenen sowjetischen Kriegsgefangenen.

Die Forschungsarbeiten zur Geschichte des Lagers wurden durch den Regionalhistoriker Holger Frerichs aus Varel maßgeblich vorangetrieben. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Wilhelmshaven sowie verschiedenen Gedenkstättenförderstellen in Niedersachsen und Sachsen konnten durch die Auswertung sowjetischer Personaldokumente und anderer archivalischer Quellen wichtige Erkenntnisse zur Identifizierung der Opfer gewonnen werden. Diese Erkenntnisse tragen dazu bei, die Namen und Schicksale der Toten sichtbarer zu machen und das Gedenken an sie lebendig zu halten.

Heute steht die Gedenkstätte „Lager Schwarzer Weg“ als Mahnmal für die Verbrechen des Nationalsozialismus. Sie lädt dazu ein, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Die Stätte wird regelmäßig von einer Freundesgruppe betreut, die sich dem Erhalt des Erinnerns verschrieben hat und weiterhin Informationen über das Lager sowie die Schicksale der Insassen sammelt und zugänglich macht. Für viele Besucherinnen und Besucher ist der Ort nicht nur Mahnung, sondern auch ein Ort der Begegnung mit einer oft übersehenen Geschichte im norddeutschen Wilhelmshaven.

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