Denkmal/Gedenkstätte

KZ-Gedenkstätte Wilhelmshaven

26382 Wilhelmshaven

Highlights

  • Die KZ-Gedenkstätte Wilhelmshaven erinnert an das Außenlager des KZ Neuengamme, das von September 1944 bis April 1945 bestand.
  • Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers am Alten Banter Weg wurden über 1.000 Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt, Hunderte starben.
  • Die Gedenkstätte wurde 1995 eingeweiht und zeigt Grundmauern, Schautafeln und einen Gedenkstein sowie eine Ausstellung im Küstenmuseum.

Tipps

  • Das Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers ist heute weitgehend unscheinbar. Im gemähten Rasen lassen sich die Grundmauern und Gebäudegrundrisse erkennen.
  • Eine Hinweistafel informiert über die Geschichte des Lagers. Ein Luftbild veranschaulicht den Umfang des ehemaligen Konzentrationslagers.
  • Neben dem Lagergelände befindet sich der Friedhof Aldenburg. Dort wurden mehrere hundert Tote des Außenlagers bestattet. 1947 wurde ein Mahnmal errichtet.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über KZ-Gedenkstätte Wilhelmshaven

Die KZ-Gedenkstätte Wilhelmshaven erinnert an ein ehemaliges Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme, das vom Herbst bis zum Frühjahr des folgenden Jahres bestand. Es befand sich am Alter Banter Weg in unmittelbarer Nähe zur Kriegsmarinewerft und wurde von der Deutschen Marine als Zwangsarbeitslager genutzt. Mehr als tausend männliche Häftlinge leisteten hier unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit, hauptsächlich im Bereich der Werft- und Aufräumarbeiten. Die Versorgung war katastrophal: unzureichende Nahrung, mangelnde medizinische Betreuung sowie körperliche Misshandlungen führten zu einer hohen Sterblichkeitsrate. Mehrere hundert Insassen verstarben während der Existenz des Lagers.

Das Gelände des ehemaligen Außenlagers liegt heute zwischen dem Ems-Jade-Kanal und der Bahnstrecke Oldenburg–Wilhelmshaven. Seit 1995 besteht an dieser Stelle eine Gedenkstätte, die auf Initiative des historischen Arbeitskreises des DGB Wilhelmshaven entstand. Neben freigelegten Grundmauern und Schautafeln mit historischen Informationen erinnert ein Gedenkstein an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Auf dem nahegelegenen Friedhof Aldenburg sind zahlreiche Tote des Lagers bestattet. Ein Mahnmal, das 1947 errichtet wurde, trägt die Namen der ermordeten Häftlinge.

Die Geschichte des Außenlagers ist auch im Neuen Küstenmuseum Wilhelmshaven dokumentiert, wo Teile der Dauerausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme gezeigt werden. Die Ausstellung thematisiert die Bedingungen im Lager sowie den weiteren Weg vieler Häftlinge, von denen einige bei alliierten Bombenangriffen ums Leben kamen oder später in anderen Lagern ermordet wurden. Die Gedenkstätte gilt als wichtiger Ort der Erinnerung, der daran erinnert, welche Verbrechen während der NS-Zeit begangen wurden. Besucher berichten von einer bedrückenden Atmosphäre, die dennoch zur Auseinandersetzung mit der Geschichte anregt.

Die KZ-Gedenkstätte Wilhelmshaven ist Teil eines größeren Erinnerungsorts-Netzwerks, das sich mit der Geschichte des KZ Neuengamme und seiner Außenlager beschäftigt. Sie trägt dazu bei, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu erhalten und bildet eine zentrale Station für historische Bildung in der Region. Die Stätte ist leicht zu Fuß vom Wilhelmshavener Hauptbahnhof aus zu erreichen und steht im Kontext der maritimen und industriellen Geschichte der Stadt, die eng mit der deutschen Kriegsmarine und später mit der Bundeswehr verbunden ist.

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