Museum

IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff e.V.

Freiberger Allee 50, 01723 Wilsdruff

Highlights

  • 1886 begann mit der Schmalspurbahn Freital–Wilsdruff das Eisenbahnnetz in Wilsdruff, das bis 1923 auf über 100 km wuchs.
  • Der Verein IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff restauriert seit 1984 historische Fahrzeuge und betreibt das Schmalspurbahnmuseum am Lokschuppen Nr. 14.
  • Barrierefreier Zugang: Rollstuhlgerechter Parkplatz und WC ermöglichen Besuch des Eisenbahnmuseums in Wilsdruff.

Tipps

  • Ein rollstuhlgerechter Parkplatz ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität eine einfache Anreise zum Gelände.
  • Das rollstuhlgerechte WC im Museum bietet barrierefreie Sanitäranlagen für alle Gäste.
  • Die Eisenbahnhistorische Schauanlage zeigt originale Fahrzeuge und Anlagen des ehemaligen Wilsdruffer Schmalspurnetzes aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff: Museum & Kulturausflug

Die Interessengemeinschaft Verkehrsgeschichte Wilsdruff e.V. bewahrt und präsentiert das kulturelle Erbe der sächsischen Schmalspurbahnen – insbesondere das einst über 100 Kilometer umfassende Netz um Wilsdruff. Gegründet wurde der Verein 1984 mit dem Ziel, historische Schauanlagen und Fahrzeuge zu erhalten, nachdem das Bahnnetz ab 1886 durch die Eröffnung der ersten Stichbahn von Freital-Potschappel nach Wilsdruff entstand und bis 1923 zum Verbundsystem wuchs. Durch ehrenamtliches Engagement und private Initiativen gelang es, die Eisenbahngeschichte lebendig zu halten, etwa durch die Restaurierung des historischen Haltepunkts Wilsdruff und die Bergung seltener Fahrzeuge.

Ein zentraler Ort der Vereinsarbeit ist die Eisenbahnhistorische Schauanlage am ehemaligen Heizhaus Wilsdruff, wo originale Bahngebäude wie das restaurierte Stationshäuschen und ein originalgetreuer Güterschuppen zu besichtigen sind. Ergänzt wird das Angebot durch das Schmalspurbahnmuseum „Historischer Lokschuppen Wilsdruff Nr. 14“, das mit originalen und rekonstruierten Fahrzeugen wie der Öbeln–Mügeln/Lommatzsch oder dem Wagen Jöhstadt (bergungsbedürftig 1986) die Vielfalt der sächsischen Schmalspurbahnen dokumentiert. Besonders hervorzuheben ist der Wagen Awst Wilsdruff, der nach seiner Übernahme 2005 komplett saniert und in historischem Stil wiederhergestellt wurde.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Publikation von Fachliteratur, insbesondere der beliebten „Wunderwald“-Bahnbücher, die sich mit der Geschichte der mittelsächsischen Nebenbahnen befassen. Die Erlöse aus dem Verkauf dieser Werke fließen direkt in die Restaurierung der Fahrzeuge und Gebäude – eine wichtige Finanzierungsgrundlage, da die Erhaltung historischer Technik erhebliche Kosten verursacht. Spenden (ggf. steuerlich absetzbar) werden daher herzlich willkommen geheißen, um das Projekt langfristig zu sichern.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt Wilsdruff führte 2009 zur Eröffnung des Museums- und Kulturbahnhofs Wilsdruff, der das ehemalige Bahnhofsareal in eine lebendige Kulturbrache verwandelte. Neben der Präsentation von Technik und Geschichte bietet der Verein regelmäßig Öffnungstage, an denen Interessierte die Schauanlagen und Modelle besichtigen können. Die Sammlung umfasst nicht nur originale Fahrzeuge, sondern auch historische Fotografien und Dokumente, die den Alltag an den Bahnhöfen Wilsdruff, Kesselsdorf und Grumbach seit der Jahrhundertwende bis in die 1970er Jahre einfangen.

Die Arbeit der IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff e.V. ist ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, das ohne öffentliche Förderung auskommt. Durch die Kombination von Museumsarbeit, Restaurierung und Publikationen gelingt es, das technische und kulturelle Erbe der sächsischen Schmalspurbahnen für zukünftige Generationen zu bewahren – ein einzigartiges Stück Regionalgeschichte mitten in Wilsdruff.

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