Denkmal/Gedenkstätte

Orangerie

Ostra-Allee 21, 01067 Dresden-Altstadt

Highlights

  • Die Orangerie in Dresden-Altstadt wurde 1841 nach Plänen von Otto von Wolframsdorf errichtet.
  • Sie diente ursprünglich zur Überwinterung seltener Pflanzen und Zierbäume des kurfürstlichen Gartens.
  • Das Gebäude wurde 1945 während der Bombardierung Dresdens zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Tipps

  • Die Orangerie in Dresden-Altstadt ist gut zu Fuß oder mit ÖPNV vom Zwinger aus zu erreichen.
  • Im Park rund um die Orangerie lohnt sich ein Spaziergang, besonders bei gutem Wetter.
  • Historische Fotos zeigen den früheren Zustand des Gebäudes und Parks – ein Vergleich lohnt sich vor Ort.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Orangerie

Die Orangerie in Dresden-Altstadt zählt zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist eng mit der kulturhistorischen Entwicklung des nahegelegenen Zwinger-Areals verknüpft. Ursprünglich im Auftrag des Kurfürsten Christian I. entstand um die Jahrhundertwende des 16. Jahrhunderts ein Lustgarten für seine Gemahlin Sophie von Brandenburg, nach der auch der benachbarte Herzogin Garten benannt ist. Mit der Zeit entwickelte sich dieser Garten zu einem Zentrum für Gartenkunst und botanische Sammlungen, die unter anderem zur Pflege seltener Pflanzenarten dienten. Im Zuge dieser Entwicklung wurde Anfang des 19. Jahrhunderts eine Orangerie errichtet, um wärmeliebende Pflanzen und Zierbäume während der Wintermonate zu schützen.

Das heutige Orangeriegebäude wurde im Jahr 1841 unter der Leitung des Architekten Otto von Wolframsdorf errichtet. Es handelt sich um ein Sandsteinbauwerk im Stil der Neorenaissance mit italienischen Einflüssen. Das Gebäude maß 114 Meter in der Länge und wies eine reich gegliederte Fassade mit Marmorinkrustationen sowie 22 hohe Stichbogenfenster auf der dem Garten zugewandten Südostseite auf. Wolframsdorf setzte sich mit diesem Entwurf gegen alternative Planungen seines Kollegen Gottfried Semper durch, der ursprünglich eine eigene Orangerie im Rahmen seines Forumsplans am Zwinger vorgesehen hatte. Die neue Orangerie diente nicht nur der Pflege von Pflanzen, sondern wurde im Jahr 1920 auch vom Museum für Tierkunde und Völkerkunde als Depot- und Ausstellungsraum genutzt.

Während der Zerstörungen Dresdens im Zweiten Weltkrieg wurde die Orangerie im Februar 1945 bei den alliierten Luftangriffen weitgehend zerstört. Auch das umliegende Gelände des Herzogin Gartens wurde stark beschädigt und geriet im Anschluss in einen Zustand zunehmender Verwahrlosung. Ein Wiederaufbau erfolgte zunächst nicht, und das Areal blieb über Jahrzehnte brachliegend. In der DDR-Zeit, als Erinnerungen an die Monarchie politisch unerwünscht waren, wurde der Park zeitweise in „Ostragarten“ umbenannt. Die Wettiner, die ursprünglich Besitzer des Gartens waren, wurden nach 1945 enteignet, erhielten jedoch in den 1990er Jahren Teile ihres Eigentums zurück.

Die Sanierung des Areals begann erst in den letzten Jahrzehnten, wobei sowohl das Orangerie-Gebäude als auch der umliegende Park neu gestaltet wurden. Heute zeugt die restaurierte Orangerie von ihrem ehemaligen Glanz und ihrer architektonischen Bedeutung. Die Lage direkt neben dem Zwinger und in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln macht das Gelände leicht zugänglich. Besucher loben insbesondere die gelungene Restauration des Gebäudes und des Parks, die einen wichtigen kulturellen und gartenhistorischen Ort Dresdens wiederbelebt hat.

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